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Das Schloß

MEINE IDEE. MEINE STORY. NICHT KLAUEN! danke

 

 

 

Das Schloß

(Darsteller: Rammstein)

 

 

von links: Paul, Christoph, Till, Olli, Flake, Richard

 

 

Rammstein haben gerade ein Konzert in Hamburg hinter sich und sind nun drauf und dran, in den Tourbus zu steigen. Denn die nächste Bühne in Köln wartet schon. Sie befinden sich nun gerade noch Backstage, um sich noch aus den Kostümen zu befreien und zu duschen. Till und Flake sind als erste fertig und begeben sich in den Bus. Während Till sich auf das im Bus eingebaute Sofa setzt und erstmal zur Ruhe kommen will, hat Flake noch was zum "Hotel" zu sagen, in das sie gleich fahren werden. "Weißt du eigentlich, dass unsere Schlafstätte ein Schloß sein soll?" Till guckt seinen Bandkollegen skeptisch an: "Nein. Ich dachte, es handelt sich um ein stinknormales Hotel. Wer hat denn das Gerücht mit dem Schloß verbreitet?" "Das ist kein Gerücht. Unser Manager hat eben angerufen und meinte, dass das eigentlich vorgesehene Hotel abgebrannt ist und man uns dafür in ein abgelegenes Schloß einquartieren würde." Flake holt sich aus seinem Gepäck eine Jacke, da ihm kalt ist und Till sitzt währenddessen etwas verwirrt auf dem Sofa."Und du bist dir da hundertprozentig sicher?" Flake nickt. Gerade hat er wieder platz genommen, da betreten auch schon Christoph und Oliver den Bus. "Na, schon am chillen hier?" "Nee, Oli... das sieht nur so aus", antwortet Till leicht grinsend. Christoph hat gemerkt, dass sein Bandmitglied über irgendwas zu rätseln scheint. "Sag mal... was is´n mit dir los? Wirkst doch sonst nicht so nachdenklich, wenn du entspannst." "Ja, Flake sagte irgendwas von einem Schloß, dass nun unser Ersatz für das Hotel sein soll... schon gruselig irgendwie." Oliver guckt etwas verwirrt in die Runde."Das ist allerdings gruselig!" Christoph findet das gar nicht gruselig, ganz im Gegenteil. Er grinst bis über beide Ohren."Das ist ja mal cool. Ein Schloß - da können wir dann einen auf Adelig machen unso." Flake kann sich nicht anschließen und wirft dem Schlagzeuger einen fragenden Blick zu:"Du glaubst doch wohl nicht, dass wir da rumhampeln und einen auf Mittelalter machen? Wir sind da, um zu pennen bevor wir das nächste Konzert geben- vergiss das nicht." "Ja, stimmt auch wieder..."

Zu guter Letzt sind nun auch Richard und Paul im Tourbus angekommen und kriegen von Till sofort einen Spruch gedrückt: "Wo wart ihr denn so lange? Paar Groupies aufgerissen, was?" Während Paul scherzhaft zustimmt, schüttelt Richard nur den Kopf und lässt sich neben Till aufs Sofa fallen. "Nö. Paul hat mal wieder zu viel mit den Securitys gequasselt und mich aufgehalten." "Du hättest doch alleine hier her kommen können." "Nee, nee. Ich wollte das Paulchen doch nicht alleine durchs Dunkel laufen lassen." Paul fühlt sich angegriffen:"Ey, jetzt rede nicht wieder so, als sei ich ein Kleinkind! Wer hat denn als gejammert 'lass uns gehen, ich bin ja so müde' und so, hä?" Christoph muss mal wieder breit grinsen. "Jetzt mach doch hier nicht so einen Aufstand. Richie mag eben keine ewigen Aufenthalte hinter den Kulissen einer Konzerthalle.Überlegt euch doch lieber mal, ob ihr es toll findet, dass wir nachher in einem Schloß pennen." Richard und Paul gucken Christoph geschockt an: "Schloß?" Till ist sichtlich genervt: "Faselt jetzt bitte nicht schon wieder über dieses ominöse Schloß! Ich kanns schon nicht mehr hören, echt..." Paul geht zu Oliver. "Ist das wahr?" "Ja, anscheinend schon. Wieso? Hast du Angst?" "Bisschen, ja..." Richard hat das mitbekommen und muss sich das Lachen verkneifen."Paulchen hat Angst vor nem Schloß... Warum denn, Paul? Weil es so groß ist?" Paul wird sauer:"Hör doch mal auf, mich die ganze Zeit dumm von der Seite anzumachen, ey!" Flake hält sich die Ohren zu und verdreht die Augen: "Vielleicht wäre es ja ganz sinnvoll, wenn ihr beide einfach mal den Mund haltet." Alle sind für einen Moment still. Der Busfahrer hat nun auch den Bus betreten, guckt, ob alle da sind und fährt schließlich los.

Die Fahrt nach Köln verläuft teils ruhig, teils chaotisch ab, da Christoph das Bedürfnis hat, Richard die ganze Zeit mit Papierkügelchen zu bewerfen wodurch dieser nicht schlafen kann und auch irgendwann die Geduld verliert. "Hör doch endlich mal auf mit dem Scheiß, ich will schlafen, du Penner!" Doch sein Bandkollege denkt nicht dran und macht weiter. Bis Richard irgendwann der Kragen platzt und er Christoph eine reinhaut. "Willst du das nicht kapieren, oder was? Ich habe gesagt, dass du damit aufhören sollst!" "Ist ja schon gut. Krieg dich mal wieder ein, Mann!" Nachdem das nun geklärt wäre, versucht Richie erneut zu schlafen und Christoph guckt die ganze Zeit aus dem Fenster. Er will nicht schlafen, da er viel zu neugierig auf dieses Schloß ist und hofft, dass das Ziel bald erreicht ist. Flake hört Musik über einen MP3 - Player, Till und Richard hocken beide auf dem Sofa und sind eingeratzt, Oliver tippt irgendwas auf dem Laptop und Paul schreibt was für das Tourtagebuch.

Nach einer Fahrt von fast 5 Stunden ist das Ziel fast erreicht. Nur noch wenige Meter trennen die sechs von ihrem nächsten Aufenthaltsort. Und auf diesen paar Metern ist nichts weiter als Wald zu sehen. Dichter, dunkler Wald. Dieser erstreckt sich bereits schon auf ein paar Kilometer und scheint nie zu enden. Doch dann ist es zu sehen: das Schloß. Christoph kriegt den Blick nicht mehr davon weg: "Boah, ist das fett!" Seine Bewunderung gibt er nicht gerade leise kund und alle anderen werden dadurch wach bzw. wieder komplett anwesend. Till und Richard gucken aus dem Fenster, noch im Halbschlaf und verfallen auch ins Staunen. Paul legt das Schreibmaterial weg und schaut das Gebäude ebenfalls mit großen Augen an. "Oje... hoffentlich verirren wir uns in dem Ding nicht." "Ach quark. Da wird sicher jemand sein. Ne Hausverwaltung oder sowas", ist sich Flake sicher und Oliver fängt an, etwas nervös zu werden. "Und... da drin sollen wir schlafen?" Till steht auf und streckt sich. "Na, was denkst du denn? Dass wir davor aufm Rasen pennen?" Richard zündet sich erstmal eine Zigarette an und sein Blick ist weiterhin auf das Gebäude gerichtet. "Mich würde es nicht wundern, wenn uns gleich jemand erzählt, dass es da drinnen spukt." Christoph wirft ihm daraufhin einen bösen Blick zu. "Fang jetzt nicht noch mit Geistergeschichten an." Richard grinst fies. "Warum? Kriegt Frau Schneider dann etwa Angst?" Flake steht von seinem Platz auf und geht in Richtung Busausgang. "Genau, fangt an zu streiten. Ich will jedenfalls so langsam mal wissen, wie das Gebäude von innen aussieht." Er steigt aus und ohne Worte folgen ihm Oliver und Paul mit einem Teil ihres Gepäcks. Christoph guckt Richie an, als würde er ihm gerne eine ins Gesicht schlagen, verlässt aber letztendlich doch den Tourbus. Till nimmt sich zwei Taschen Gepäck und wartet noch, bis Richard seine Kippe ausdrückt und dieser ihm nach draußen folgt. Sie verlassen nun auch den Bus und gehen zum Rest der Band, der staunend vor dem Eingangstor des Schlosses steht. "Was ist? Wollt ihr denn nicht mal endlich reingehen? Ich finde, wir haben es nun lange genug von außen bestaunt", merkt Till mal ganz nebenbei an. Keiner antwortet und keiner scheint Till zugehört zu haben. Bis auf Paul, der zur Tat schreitet und das Tor öffnet. Es knarrt und quietscht, und diese Geräusche erinnern einzelne Bandmitglieder an gruselige Filmereignisse. "Das kommt mir gerade vor wie in einem schlechten Horrorfilm", kann sich Oli nicht verkneifen und erhält auch keine Antwort sondern nur fragende Blicke.

Sie betreten nun nacheinander das Foyer des Anwesens und ihnen fällt das Gepäck aus den Händen. "Mann, ist das geil hier!" "Jaja, und gleich kommt ein Geist um die Ecke, um dich mitzunehmen in die tiefen Abgründe der Kellergemäuer." Till findet das nicht lustig. "Richie, ich finde du solltest so langsam mal aufhören, Christoph zu provozieren. Das ist kindisch." "Ach, mit sowas provoziert er mich doch nicht. Aber...guckt euch das doch mal an! Der Kronleuchter da oben hat sicher ein Vermögen gekostet..und hier ist alles so riesig! Wenn der Eingangsbereich schon so groß ist, wie sind dann erst die Schlafzimmer?" Flake ist nicht so begeistert. "Das ist zwar alles groß und sieht teuer eingerichtet aus, aber... dem Staub nach zu urteilen, scheint hier schon ewig kein Mensch mehr drin gewesen zu sein. Hier krabbeln bestimmt auch eklige Viehcher rum." Paul nimmt sein Gepäck wieder in die Hände und geht durch verschiedene Türen, um sich umzusehen. Währenddessen stehen Till und Richard noch bei den anderen und stellen sich dennoch einige Fragen. "Sag mal, Richie... Was ist, wenn es hier wirklich spukt oder so?" "Nein, das sind doch alles immer nur Geschichten. Aber es ist seltsam, dass das Tor offen war und trotzdem außer uns niemand hier zu sein scheint." "Das ist wirklich etwas merkwürdig. Wir sollten nach weiteren Anwesenden suchen, oder?" "Wäre eine Idee." Plötzlich hören sie einen Schrei und erschrecken. "Das war doch Paul!", stellt Oliver fest und alle eilen zu Paul in den von ihm gefundenen Speisesaal. Dort angekommen sehen sie einen schockierten Bandkollegen, der einem fremden, älteren Mann gegenübersteht. Christoph verpasst seinem Bandmitglied erstmal nen Anschiss. "Erschreck uns nie wieder so! Wir dachten schon, du wirst hier abgemetzelt!" "Sag das dem Mann da. Der stand so ganz plötzlich vor mir und hat mich total erschrocken!" Sie stehen nun in einer Reihe nebeneinander und gucken den Mann verwirrt an. Dieser beginnt nun endlich zu sprechen. "Ihr müsst Rammstein sein, die Musikgruppe. Guten Abend allerseits. Ich bin der Besitzer dieses Anwesens und werde euch nun zuerst einmal eure Schlafzimmer zeigen, damit ihr euer Gepäck mal abstellen könnt." Nickend stehen die sechs da und folgen dem Schloßbesitzer, als er mit ihnen zu den einzelnen Schlafräumen geht. Er weist jedem der Rammsteiner ein einzelnes Zimmer zu und am Ende der Zimmerverteilung will er auch schon wieder verschwinden. "So, nun wisst ihr, wo eure Schlafplätze sind und ich werde euch dann mal in Ruhe auspacken und ruhen lassen. Morgen werde ich euch dann wieder besuchen, um die Pforten nach eurer Abreise zu schließen. In diesem Sinne - gute Nacht." Richard scheint Christoph mit seinen Geistergeschichten einen Floh ins Ohr gesetzt zu haben und er will nun von dem Schloßbesitzer wissen, ob es spukt. Die anderen fünf müssen lachen, doch dieses vergeht ihnen wieder, als der ältere Herr zustimmt. "Ja, es kann durchaus spuken..wenn man es provoziert. Wisst ihr, dieses Schloß hat eine dramatische Vergangenheit. Mein Vater war damals der Besitzer dieses Schlosses - ich erbte es. Er lebte damals mit seiner Frau - meiner Mutter - hier und eines Tages passierte etwas furchtbares. Ein alter Bekannter meines Vaters kam eines Nachts hierher und versuchte ihn und meine Mutter umzubringen. Man weiß bis heute nicht genau, warum. Er schaffte es leider, meiner Mutter durch Gewalteinfluss das Leben zu nehmen und als er das hinter sich hatte, verließ er das Gebäude und versperrte das Tor. Mein Vater kam nicht mehr hinaus und verstarb letztendlich in diesen Gemäuern. Man sagt, dass der Geist meines Vaters sich nun rächen will - wenn man sein Grab öffnet. Derjenige, der dies tut, wird von seinem Geist in die Hölle befördert. Natürlich öffnet ja niemand einfach ein Grab. Bis jetzt war außer mir noch keiner hier und hier geschlafen hat auch noch niemand nach dieser Tragödie. Die Leute haben Angst. Aber ich bewundere euren Mut...."

Die komplette Band steht da wie bestellt und nicht abgeholt. Sie starren den Schloßbesitzer ängstlich an und bringen kein Wort raus. Der ältere Herr begibt sich nun entgültig aus dem Schloß und erst als die Tore zufallen, lässt die Erstarrung der sechs nach. Christoph schüttelt nur fassungslos den Kopf: "Nee, nee...Das....war sicher nur ein Scherz... Hoffe ich zumindest." Wortlos begeben sich die anderen in ihre Schlafräume, um ihr Gepäck auszuräumen und alles mal zu begutachten. Christoph steht zunächst immernoch wie angewurzelt im Gang und beschließt, einen kleinen Rundgang zu tätigen. Dabei versucht er sich die ganze Zeit einzureden, dass diese Geistergeschichte sowieso bloß erfunden sein muss. Sein Weg führt durch den riesigen Speisesaal zu einem vermeindlichen Ballsaal über verschiedene kleine Räume wieder zum Foyer. Nun steht er vor einer Treppe. Sie ist sehr breit und scheint unendlich viele Stufen zu haben. Einerseits würde er gerne mal wissen, wo sie hinführt, bleibt aber letztendlich unten stehen und denkt weiter über die Vergangenheit dieses Schlosses nach und darüber, ob er sie glauben soll. Till hat währenddessen sein Schlafzimmer unter die Lupe genommen und ist nun auf dem Weg zu Paul. Als er sein Schlafzimmer verlässt, sieht er Christoph auf die Treppe starrend im Foyer stehen und geht langsam auf ihn zu. "Ist alles in Ordnung mit dir?" Sein Blick wandert ebenfalls die Treppe hinauf. "Ja, ist alles in Ordnung.... Mich würde aber wirklich mal brennend interessieren, was da oben ist...." Die beiden erschrecken, als Richie aus seinem Schlafraum gestürmt kommt: "Leute, da ist eine dicke fette Spinne! So ein Vieh habt ihr bestimmt noch nicht gesehen!" "Das ist mir und Till glaub ich gerade ziemlich unwichtig..." Richard beobachtet, wie seine beiden Bandkollegen da rumstehen und die ganze Zeit auf die Treppe starren. Er stellt sich zu ihnen. "Sagt mal... wenn euch das so fasziniert, warum geht ihr dann nicht einfach mal da hoch?" Christoph und Till antworten gleichzeitig: "Keine Ahnung." Grinsend und kopfschüttelnd guckt Richie die beiden an. "Ihr seid ja echt mal zwei komische Vögel.." Anschließend richtet sich auch sein Blick interessiert auf die Treppe, die irgendwo hinführen muss, sich jedoch keiner wirklich traut, es rauszufinden. Auch Flake, Oliver und Paul sind nun mit der Zimmerinspektion fertig und schreiten aus ihren Schlafräumen.

Sie stehen nun nebeneinander und wundern sich über die drei anderen Bandmitglieder, die wie versteinert vor dieser riesigen, verstaubten Treppe stehen. "Was geht denn mit denen ab? Haben die nen Geist gesehen, oder was?" "Tja...Paul. Das müssen wir sie fragen. Aber so wie die da stehen..kann es schon der Fall sein. Die sind ja wie hypnotisiert", stellt Flake fest und begibt sich zu den anderen. Paul und Oli gucken sich gegenseitig kurz an, zucken fragend mit den Schultern und folgen dem Keyboarder. So stehen sie nun alle sechs vor der Treppe und schauen sie an. Paul fasst einen Entschluss. "Wenn wir morgen fit sein wollen, sollten wir bald mal schlafen, meint ihr nicht?" Keiner antwortet. "Schön, dass ihr es genauso seht.... Dann gehen wir halt eben mal da rauf, wenn ihr schon so erwartungsvoll da hochglotzt!" Paul ist ein Mann der Tat und beweist dieses. Er steigt die Treppe hinauf, doch als er die ersten paar Stufen hinter sich gebracht hat, hält Christoph ihn auf. "Nein, du darfst da nicht hochgehen - keiner von uns darf das!" "Warum? Was soll denn da sein? Der mordende Geist?" "Keine Ahnung...Aber es ist nicht richtig." "Achso, es ist nicht richtig? Aber genauso falsch ist es, dass ihr hier dumm glotzend rumsteht und euch nicht mal ins Bett bewegen wollt, weil ihr anscheinend vergessen habt, dass wir morgen ein Konzert geben müssen und nicht zum Spaß hier sind, sondern nur zum Schlafen und Ausruhen!" Richard versteht Christoph´s Verhalten auch nicht und geht zu Paul hoch. "Ich habe ihn und Till eben auch schon gefragt, warum sie nicht hier hoch gehen... sie haben angeblich keine Ahnung.. Sollen wir denn mal nachsehen, was da ist?" "Klar. Ich will nämlich endlich mal zur Ruhe kommen."

Die beiden treten den restlichen Weg nach oben an, als es plötzlich am Eingang einen Knall gibt. Die sechs erschrecken sich übelst. "Was zum Teufel war denn das?!" Nachdem Till keine Antwort darauf erhält, da die anderen genauso wenig Ahnung haben wie er, läuft er schnellen Schrittes zum Eingangstor und will dieses öffnen - ohne Erfolg. Mit fassungslosem Gesichtsausdruck dreht er sich zu seinen Bandmitgliedern um, die ihn erwartungsvoll ansehen. "Leute... wir sind eingeschlossen!" Richard glaubt seinem Kollegen nicht und versucht ebenfalls mit aller Kraft, das Tor zu öffnen.. auch ihm gelingt es nicht. "Scheiße! Was machen wir jetzt?" Paul ist immernoch derselben Meinung wie vor ein paar Minuten. "Schlafen." Christoph zeigt ihm den Vogel. "Bist du bescheuert? Ich kann doch jetzt nicht schlafen!" Flake und Oliver setzen sich auf die erste Treppenstufe und denken nach. Dann hat Flake einen Einfall. "Das Schloß hat sicher noch einen Hinterausgang. Es ist üblich, dass solche Anwesen eine riesige Gartenanlage haben und einen extra Ausgang dazu. Wir sollten ihn suchen." Paul ist genervt. "Aber jammert mir morgen nicht rum, von wegen ihr seid müde! Ich habs euch oft genug gesagt...klar?" Oliver und Flake nicken zustimmend, als Christoph sich wieder zur Treppe begibt. "Lasst uns lieber mal rausfinden, was da oben ist." Oliver erhebt sich wieder und versteht das Verhalten seines Kollegen nicht. "Da ist nur der zweite Stock. Ein paar Räume, ein paar alte Möbel... also nichts besonderes. Lass uns jetzt erst nach einem zweiten Ausgang suchen - das ist wichtiger." Richard geht zu Christoph und macht einen allgemeinen Vorschlag. "Wir können uns ja aufteilen. Ich gehe mit ihm da hoch und ihr sucht einen Ausgang." Till ist damit nicht einverstanden. "Ich will mit da hoch!" "Dann gehst du eben mit uns und die anderen drei suchen den Ausgang." Paul, Oli und Flake sagen nichts und gehen zusammen auf die Suche nach einer Hintertür. Währenddessen begeben sich Till, Richard und Christoph in den mysteriösen zweiten Stock.

Dort oben angekommen sehen sie nichts... es ist dunkel. Till packt einen Schlüsselbund aus, an dem er eine Minitaschenlampe befestigt hat und leuchtet mit dieser durch die Gegend. Es ist ein langer, schmaler Gang, in dem sich die drei nun befinden und außer einer kleinen, verstaubten Kommode, die an einer der Wände steht und ein paar Türen, gibt es nichts zu sehen. Richard denkt nun, dass die beiden aufgeklärt sind. "So, jetzt habt ihr gesehen, was hier oben ist und wir gehen wieder runter, um den anderen bei der Suche zu helfen." "Nein. Wir haben noch nicht gesehen, was hier ist... nicht alles." "Till. Ich meine mich dran erinnern zu können, dass du von Schnüfflerei nix hälst." "Aber das hier will ich mir jetzt mal genauer ansehen. Ich weiß, dass hier irgendwas ist..." Till und Christoph gehen nun den Gang entlang und Richie folgt ihnen - allerdings ziemlich genervt. Die drei gehen auf die letzte Tür am Ende des Flurs zu. Angekommen, gucken Christoph und Till diese Tür rätselnd an, öffnen sie aber nicht. Da Richard keinen Bock mehr auf dieses mysteriöse Getue hat, öffnet er einfach kurzerhand diese Tür und Till leuchtet langsam in den dahinterliegenden Raum. Dort ist es leer.

Das einzige Objekt, das sich in der Mitte des Zimmers befindet ist eine Holzkiste, liegend, ungefähr zwei Meter lang und einen halben Meter breit. Langsam gehen die drei auf die Kiste zu und stellen sich drumherum. Christoph guckt seine beiden Kollegen fragend an. "Was glaubt ihr, was da drin sein könnte...?" "Keine Ahnung.. vielleicht ist das ja das Grab des ehemaligen Schloßeigentümers..." Während die beiden Geheimniskrämer rätseln, ist Richard noch genervter als vorhin und will das ganze Thema nun endlich beenden. "Wenn ihr wissen wollt, was sich in der alten Kiste da befindet, müsst ihr nachsehen!" "Aber wenn das tatsächlich der typ ist...." "Jaja, klar. Frau Schneider glaubt an Geister..tz... Schwachsinn. Machen wir das Ding doch einfach auf." Noch bevor Till und Christoph was sagen können, hebt Richie den Deckel der Holzkiste hoch und hat somit Einblick auf den Inhalt verschafft. Allerdings ist dieser Einblick nicht gerade angenehm... "Oh mein Gott! Du hast......du hast das Grab geöffnet!", entgegnet Till seinem Bandkollegen mit schockiertem Gesichtsausdruck. Christoph schaut total nervös auf die sich in der Kiste befindenden Leiche und reißt Richie den Deckel des Sargs aus den Händen. "Sag mal, spinnst du?! Du weißt ja, was jetzt passiert! Der Geist dieses Typen wird uns jetzt jagen! Das ist alles deine Schuld!" "Mach mal nen Punkt, ja? Wer wollte denn unbedingt hier hoch und wer war so besessen von dem Gedanken rauszufinden, was da drinnen ist? Ihr! Hätte ich das Ding nicht geöffnet, hättet ihr es getan! Also schieb nicht die Schuld auf mich!" Sichtlich angepisst verlässt Christoph den Raum, nachdem er den Deckel der Holzkiste auf den Boden fallen lassen hat. Till folgt ihm schweigend.

Richard steht immernoch vor dieser Kiste und weiß nicht genau, ob er die Geschichte glauben und Angst haben soll, oder das alles wirklich nur pure Phantasie eines alten Mannes ist. Unschlüssig darüber verlässt auch er nach einer Weile diesen Raum und das Stockwerk. Im Erdgeschoss angelangt, trifft er auf Oli, Paul und Flake, die schweigend an einer der Wände stehen und nicht gerade glücklich aussehen. "Habt ihr was gefunden?" Paul und Flake schütteln nur den Kopf und Oliver schließt sich ihnen an mit den Worten:"Nein, nichts... Wir werden wohl hier bleiben müssen, bis der alte Mann wieder kommt. Und wo hast du Till und Christoph gelassen?" Fragend guckt Richie sich um. "Äh...ich dachte, sie wären bei euch. Keine Ahnung, sie sind einfach abgehauen und schieben jetzt irgendwelche Paras..." In dem Moment tauchen Till und Christoph bei ihnen auf und sagen nichts. Sie werfen Richard nur vorwurfsvolle Blicke zu. "So, ich gehe aber so langsam echt mal schlafen", weiss Paul zu berichten und begibt sich zu seinem Schlafraum. "Gute Nacht, Leute." "Gute Nacht..." Die anderen fünf stehen immernoch wortlos im Raum. Flake guckt jeden einzelnen nacheinander an und stellt gewisse Spannungen fest. "Was ist mit euch denn los? Seit ihr da oben wart, verhaltet ihr euch noch seltsamer als davor." Till und Richard schweigen, aber Christoph zeigt seine Wut auf seinen Bandkollegen. "Naja, unser Super-Richie hat dafür gesorgt, dass wir bald durch die Hölle gehen werden." "Moment mal! Es war deine, bzw. eure Idee dieses Ding zu öffnen! Ihr habt euch nur nicht getraut und dumm rumgestanden! Nur weil ich der einzige war, der keinen Schiss vor so ´ner Holzkiste hat und sie geöffnet habe, heißt das nicht, dass ich an allem schuld bin, klar?" Oliver sieht seine Kollegen entsetzt an. "Und... lasst mich raten - da drinnen war der ....der Rest des ehemaligen Schloßbesitzers?" Die drei nicken und Flake macht einen riesigen Aufstand: "Spinnt ihr eigentlich?! Wir sitzen hier drin fest, weil dieses Schloß seltsamerweise keinen zweiten Ausgang hat und jetzt hetzt ihr uns allen auch noch einen rachsüchtigen Toten auf den Hals! Ich hätte von euch echt mehr Vernunft erwartet... Toll, jetzt gehen wir alle drauf! Vielen Dank auch..." Till will das Mißverständnis aufklären: "Nein, er wird nicht alle jagen. Nur uns, weil wir das Ding geöffnet haben. Also keine Angst, nur wir drei müssen schlimmsten Falles dran glauben." Zuerst ist alles still und alle scheinen sich nun entgültig geeinigt zu haben, als Richie etwas klar wird... "Nein, nicht wir drei müssen dran glauben. Wir haben nicht zu dritt die Kiste geöffnet..ich war das ganz alleine - ihr standet nur dabei..." Oliver´s Blick scheint nun noch entsetzter als eben: "Das heißt - der Kerl wird dich um die Ecke bringen.. und wir stehen nachher ohne dich da?" "Scheint so.." Till und Christoph gucken sich gegenseitig an und dann auf ihren Bandkollegen, der sichtlich nervös zu sein scheint. "Aber, das muss doch nicht sein. Ich meine... wieso glauben wir diesen Schwachsinn überhaupt? Wir sollten mal wieder klar im Kopf werden. Wir sind eine Band, die nur der Arbeit wegen in dieser Stadt ist und zufällig in einem verlassenen Schloß schlafen muss, weil das vorgesehene Hotel abgebrannt ist! So eine Geistergeschichte passt da ja mal gar nicht rein." "Tja, Frau Schneider...ich fürchte, es ist wahr... ich fühle mich auch gerade ziemlich seltsam und werde auch mal den Weg ins Bett antreten. Angenehme Nacht, Leute." Richie hat sich also auch verabschiedet und die anderen vier bleiben noch im Raum stehen.

Christoph guckt die ganze Zeit um sich, als hätte er Angst vor etwas, Till versucht erneut, das Tor zu öffnen - erfolglos, Flake scheint über etwas nachzugrübeln und Oliver geht die ganze Zeit im Raum auf und ab... Nichts ahnend stehen sie nun an verschiedenen Stellen des Eingangsbereiches als plötzlich das Licht ausgeht. "Hey, wer war das?", fragt Oliver aufgelöst, doch die anderen sind genauso ratlos. "Das ist sicher nur ein ganz gewöhnlicher Stromausfall... wer weiß aus welcher Zeit die Sicherungen hier stammen." Nachdem Till sich nun darüber geäußert hat, stellt er sich zu Flake, den er gerade noch schemenhaft erkennen kann und nun stehen sie wieder stumm da. Keiner scheint schlafen zu wollen, obwohl einigen die Müdigkeit praktisch ins Gesicht geschrieben steht. Paul kann wohl nicht einschlafen und gesellt sich zu seinen Bandkollegen, nachdem er aus seinem Schlafzimmer erschienen ist. "Wollt ihr jetzt hier eine Sammelschlafstätte draus machen, oder warum habt ihr hier das Licht ausgemacht?" "Stromausfall, außerdem können wir nicht ans Schlafen denken, im Moment." "Achso... da hat Richie dir ja wirklich mit seinen Geistergeschichten ganz schön Panik gemacht, wie?" "Nein, aber das alles ist mir trotzdem nicht geheuer... Ich denke, dass sich Oli, Till und Flake mir da anschließen können." Die drei nicken, auch wenn es durch die Dunkelheit kaum erkennbar ist. Nur einer der Truppe fehlt und Oliver wundert sich. "Komisch, dass unser Richie nicht aufgewacht ist, bzw. dass er überhaupt schlafen kann. Schließlich muss er mit dem Anschlag eines Toten rechnen." Flake hat so langsam keine Lust mehr auf diese Gruselgeschichten und schlägt vor, einfach mal nachzusehen, ob Richard schläft, damit die anderen nicht ständig irgendwelche Spekulationen über mordende Tote anstellen. Die vier anderen sind einverstanden und leisen Schrittes irren sie zur Schlafzimmertür ihres Bandkollegen. Fast haben sie diese erreicht, als diese sich ruckartig öffnet. Erschrocken springen die fünf ein paar Schritte zurück und sehen ihren Bandkollegen im Türrahmen stehen. "Was wolltet ihr?", fragt dieser seine Kollegen und wirft ihnen einen bösen Blick zu. Till fängt stotternd an zu erklären:"Wir...wir wollten nur nachsehen....also, sichergehen, dass - dass du in Ordnung bist..." "Ja, das bin ich. Sonst nochwas?" Christoph nähert sich ihm ein paar Schritte und versucht, in dem Dunkel das Gesicht seines Gegenüber richtig zu erkennen. Als ihm dies kurz gelingt, weicht er wieder einige Schritte zurück. "Was ist mit dir passiert? Du bist nicht mehr.... nicht mehr du!" Die anderen sind ratlos. "Was meinst du damit?" "Naja, er sieht so anders aus..." "Wie anders? Komm mal aufn Punkt!", will Till wissen. "Seine Augen sind so... die sehen aus wie die... Also, kennt ihr diese Vampire in den Horrorfilmen? So..." Die anderen gucken entsetzt und geschockt zu ihrem vermeindlich veränderten Bandkollegen, doch dieser lacht nur. "Achja... ich wusste, dass die Phantasie irgendwann mit unserem Fräulein Schneider durchgeht. Was guckt ihr denn so? Man könnte glatt meinen, ihr hättet einen Geist gesehen..." mit diesen Worten und einem fiesen Grinsen geht er an seinen Kollegen vorbei und die Treppe hoch in den zweiten Stock.

Die fünf verwirrten Bandmitglieder gucken ihm zuerst noch hinterher und fangen dann an zu rätseln. Till schüttelt nur den Kopf: "Der spielt uns doch nur was vor." Flake teilt diese Meinung, Oliver und Paul schauen nur um sich und Christoph kriegt es allmählig wirklich mit der Angst zu tun. "Till?" "Ja." "Was ist, wenn der Geist von ihm Besitz ergriffen hat und ihn als Mordwaffe gegen uns benutzt?" "Ach! Hör auf zu spinnen!" "So paranoid ist dieser Gedanke gar nicht", wirft Paul in den Raum und er findet dafür eine Bestätigung, als Richie wieder die Treppe hinunterkommt und ihm Recht gibt. "Ja, das Paulchen hat wohl gut aufgepasst... Ich weiß auch nicht warum, aber ich muss zwei von euch warnen...". Langsam geht er auf Christoph und Till zu. "Ihr solltet das Weite suchen. Denn irgendwie befürchte ich, dass es im Laufe dieser Nacht dazu kommen könnte, dass ich das Bedürfnis kriege, euch beide kalt zu machen!" Daraufhin verschwindet er wieder in seinem Schlafraum, aber Paul will das alles nicht ernst nehmen und folgt ihm. Flake versucht noch, ihn zurückzuhalten, was ihm aber nicht gelingt. Till und Christoph stehen da wie versteinert und machen nur große Augen. Während Oliver und Flake versuchen, ihren beiden Kollegen die Angst zu nehmen, steht Paul nun mit Richie in dessen Schlafraum. Doch dieser scheint nicht ganz einverstanden zu sein. "Was willst du noch? Hau ab, du verschwendest meine Zeit!" "Nein, hier muss mal was klargestellt werden, mein Freund! Du kannst so langsam echt mal aufhören mit dem Scheiß! Du hast uns Angst gemacht, glückwunsch - aber so langsam ist die Nummer nicht mehr zum Lachen." "Ach, ich habe euch tatsächlich Angst gemacht? Entschuldige, das war keine Absicht. Ich wollte lediglich etwas klarstellen - so, wie du es gerade vergeblich versuchst." "Was zum Teufel soll der Müll?!" "Teufel ist gut... Also nochmal zum Mitschreiben. Diese beiden Primitivlinge da draußen haben es gewagt, die Grabstätte zu öffnen - meine Grabstätte! Dafür müssen sie nun zur Rechenschaft gezogen werden. Ganz einfach." Paul guckt seinen Kollegen fassungslos an: "Wer bist du?" "Der...der Schloßeigentümer - der gegenwärtige - hat euch doch sicher aufgeklärt, wer ich bin... oder etwa nicht?" "Doch aber... bis vor einer Weile warst du noch unser Bandmitglied..." "Tja, wenn du es nur von Außen betrachtest, bin ich das wohl immernoch. Weisst du, euer Gitarrist, der die 'Holzkiste', wie ihr es nennt, geöffnet hat, ist meines Erachtens das beste Werkzeug für meinen Rachefeldzug." "Du kannst dich nicht einfach in den Körper eines Menschen einschleichen und ihn als 'Mordwaffe' einsetzen! Er ist ein Mensch und kein Spielzeug!" "Das Leben ist hart und ungerecht, mein Lieber. Ich musste dies auf schreckliche Weise erfahren und nun werden es auch zwei deiner Bandmitglieder feststellen müssen - kurz vor ihrem Tod! Und jetzt lass mich alleine, du nervst mich!" Doch Paul ist immernoch nicht ganz aufgeklärt und findet Wiedersprüche. "Moment, eines noch. Richie - also du, wie auch immer, hat die Kiste geöffnet und nicht Till und Christoph. Also musst du doch rein theoretisch ihn umbringen und nicht sie." "Er hat die Kiste geöffnet, weil die anderen zwei Deppen da draußen es wollten - allerdings nicht aussprachen. Es war ihre Idee und sie haben ihn benutzt, weil sie selbst nicht den Arsch in der Hose hatten, ihre Unwissenheit auf eigene Faust aus der Welt zu schaffen. Und jetzt drehe ich den Spieß um. Ich benutze 'Richie' also nun dazu, denen beiden den Hahn zuzudrehen. Wenn du verstehst, was ich meine."

Fassungslos schüttelt Paul nur den Kopf und verlässt den Raum. Er kehrt zu den anderen zurück und erzählt ihnen von dem Gespräch in dem Schlafzimmer. Auch sie sind daraufhin entsetzt, schockiert und vor allem verängstigt. Christoph nimmt Till am Ärmel seines Hemds und wirkt panisch:"Wir müssen weg hier! Der killt uns, wenn wir nicht sofort ne Fliege machen!" "Das bringt doch gar nix! Wir kommen hier nicht weg - das Tor ist versperrt, schon vergessen?" Flake, Oliver und Paul können die Angst ihres Bandmitglieds verstehen und sind bereit, nach einem Versteck für die beiden gefährdeten zu suchen. Sie irren nun gemeinsam durch das komplett dunkle Schloß. Lediglich durch ein paar Blitze des Gewitters, das gerade aufkam, können sie ab und zu etwas erkennen. Flake führt die Truppe an und sein Weg führt eine schmale Treppe hinunter, die in den Keller zu führen scheint. Dort unten angelangt, schauen sie sich mithilfe von Till´s Minitaschenlampe um. Es befinden sich hier allerdings nur alte, vermoderte Möbel und eine Menge Spinnenweben- und Netze. "Es geht hier nirgendwo weiter. Wir sitzen in der Falle", stellt Flake fest und Christoph wird immer panischer. "Hier muss es doch irgendwas geben! Mann, ich will nicht sterben, hörst du?! Es muss hier irgendetwas zum Verstecken sein!" "Ich weiß...aber ich kann nichts tun!Ich kenne mich doch hier genauso wenig aus wie ihr!" Paul macht einen Vorschlag, der nicht allen gefällt, aber der einzige Plan zu sein scheint, aus dieser Sackgasse hinauszukommen. "Wir müssen wieder hoch. Was anderes bleibt uns nicht übrig." "Aber was ist, wenn er da oben nur auf uns wartet, um uns umzulegen?", befürchtet Till und Christoph hat schon keinen Mut mehr zu irgendwas: "Der Typ kennt das Gebäude doch. Sicher wird er uns abfangen!" Oliver erklärt sich bereit, voranzugehen und Richie alias 'der mordende Geist' abzulenken, falls er diesem begegnen sollte. "Aber..wenn er dich auch killt?" "Er will doch nur dich und Christoph um die Ecke bringen, schon vergessen?" "Toll. Danke, dass du mich dran erinnerst, dass meine Lebenserwartung wahrscheinlich nur noch ein paar Minuten beträgt." "Ja, sorry... Also, ich gehe dann mal." Paul hat noch eine Idee."Wir könnten doch ihn umlegen!" Aber Flake rät davon ab: "Das ist ein Geist. Er befindet sich im Körper unseres Bandmitgliedes und wenn wir ihn beispielsweise abstechen, lebt dieser Geist des Schloßbesitzers weiter und unseren Kollegen sind wir dann los. Er ist sterblich, aber dieser komische Geist in ihm nicht... Verstehst du das?" "Ja, ich denke schon. Klingt jedenfalls logisch." Oliver geht nun los und die anderen warten unten. Er schleicht langsam die Kellertreppe hinauf, die er nur durch die Blitze des Gewitters kurzweilig erkennen kann.

Gerade tritt er auf die letzte Stufe, als plötzlich sein gefürchteter Kollege vor ihm steht. Er hält ein Schwert in der Hand - dieses hing zuvor noch an einer Ritterrüstung, die den Eingangsbereich verziehrt. "Na, Oli. Musst du etwa den Lockvogel spielen? Du armer...." Oliver erschreckt sich und bleibt auf der Stelle stehen. Dann guckt er seinem fies grinsenden Gegenüber ins Gesicht und versucht nun, ihn auf ein anderes Thema zu lenken. "Sag mal... wie war denn das früher hier so? Habt ihr hier auch mal ne fette Party geschmissen?" "Netter Versuch... Wo sind die zwei Versager? Raus mit der Sprache und kein dummes Geschwätz über irgendwelche fetten Partys, wie du es nennst!" "Ich weiß nicht, wo die anderen sind, echt nicht." "Ach ja? Und was hast du dann da unten im Keller zu suchen?" "Ich...ich wollte nur nachsehen, was da unten so ist." "Warum müsst ihr Menschen der Neuzeit immer eure Nasen in Dinge stecken, die euch einen Scheißdreck angehen?! Und jetzt hör auf mich zu verarschen und lass mich da runter!" "Aber..aber da ist doch gar keiner!" "Dann kannst du mich ja auch durch lassen - es hat ja niemand etwas zu befürchten, der sich nicht im Keller befindet. Also - aus dem Weg!" Oliver bleibt stehen, obwohl er am liebsten weglaufen würde. Sein Gegenüber wirft ihm einen hasserfüllten Blick zu und fordert ihn ein letztes Mal auf, beiseite zu gehen. Doch Oliver will seine Kollegen schützen und bleibt dem Gegner im Weg stehen, bis dieser ihm die Spitze des Schwertes auf die Brust setzt. Er geht letztendlich doch zur Seite und lässt nun zu, dass Christoph und Till sich ab jetzt in höchster Lebensgefahr befinden. "Na, geht doch", sind die letzten Worte seines von einem Geist besessenen Bandkollegen, bevor er sich nun endlich nach unten in den Keller begibt. Oliver bekommt Gewissensbisse und weiß nicht, ob er nicht doch lieber hinterhergehen soll. Doch er bleibt in Gedanken versunken auf der letzten Treppenstufe stehen.

Unterdessen stehen die anderen noch unten im Keller und hoffen auf ein Zeichen ihres Kollegen. Till und Christoph haben mit jeder Sekunde immer mehr Angst und Flake und Paul stellen sich schützend vor die beiden, falls das eintrifft, was sie befürchten und der Gegner hinunterkommt. Sie hören Schritte - sie kommen von den Stufen der Kellertreppe. Die vier werden unruhig und nehmen jeden dieser Schritte vor lauter Angst lauter wahr als sie sind. Vorsichtig geht Paul ein paar Schritte nach vorne, um einen Blick auf die Treppe zu werfen.. doch er sieht nur einen Schatten. "Leute..ich glaube, das ist Richie, bzw. der komische Geist..." Till schaut ihn erschrocken an. "Woher willst du das wissen?" "Naja... dem Schatten nach zu urteilen ist das keinesfalls Oli..." Christoph klammert sich an Till fest wie ein Kleinkind. "Ich will nicht sterben..." Gerade will Flake seinen aufgelösten Kollegen beruhigen, als plötzlich Richard vor ihnen steht. "Hab ich´s doch gewusst, dass ihr nicht schlau genug seid, euch ordentlich zu verstecken. Tja, dann sagt mal 'lebe wohl', ihr beiden Verräter!" Gerade hebt er das Schwert, um Till als ersten abzustechen, als Paul ihn von vorne anspringt und beide auf dem Boden landen. "Du tust den Kollegen nichts, sonst kill´ ich dich!" Die beiden beginnen mit einer Schlägerei auf dem Boden und Flake schlägt vor, dass Till und Christoph diese Situation nutzen, um zu fliehen. Das tun die beiden auch - sie rennen die Treppe hoch ins Erdgeschoss und suchen sich einen der Schlafräume aus, um sich dort in einem der Schränke vorerst zu verstecken. In der Zwischenzeit versucht Flake Paul davon abzuhalten, sich weiter mit dem Gegner zu prügeln. Doch es ist zu spät. Ihr vom bösen Geist besessener Bandkollege hat Paul bereits eine solche Kopfnuss verpasst, dass dieser bewusstlos am Boden liegt. Der 'Übeltäter' richtet sich wieder auf, greift das Schwert, das bei dem Sturz vorhin auf die Erde fiel und verabschiedet sich mit den Worten "Legt euch besser nicht mit mir an- das kann schlimmstenfalls tödlich enden", nach oben ins Erdgeschoss, um die zwei Versteckten zu suchen. Während Flake sich um seinen verletzten Kollegen kümmert, bangen Christoph und Till in einem alten, engen, verstaubten Kleiderschrank um ihre Existenz. "Till, ich habe so eine Angst, dass der uns findet..." "Ja, ich auch - glaub mir." "Weisst du... das ist so schrecklich, dass man die ganze Zeit vor einem Freund um sein Leben laufen muss, weil dieser von einem Geist besessen ist... und der ihn völlig verändert hat. Der Gedanke von Richie ermordet zu werden, obwohl er sowas niemals tun würde ist einfach grauenvoll." "Allerdings. Aber es muss doch eine Möglichkeit geben, ihn wieder zurückzubekommen. Ich meine - der komische Geist da muss ja irgendwie aus ihm rauszukriegen sein, oder was meinst du?" "Klar. Das ist es!" Mit diesen Worten stürmt Christoph regelrecht aus dem Schrank und dem Raum, als Till ihm entsetzt hinterherruft: "Bist du lebensmüde oder was?!" "Nein, aber ich habe eine Idee!" Kopfschüttelnd und verwirrt folgt Till seinem Kollegen in den Eingangsbereich. "Was hast du vor?" "Zuerst müssen wir ihn finden." "Er wird uns finden! Und anschließend können wir die Radieschen von unten betrachten, du Schlaumeier!" "Nein. Nicht wenn es klappt.." "Ja, was denn bitte? Klär mich mal auf!" Till ist total verwirrt und hat keinerlei Ahnung, warum sein Kollege auf einmal so scharf darauf ist, dem Gegner praktisch ins offene Messer zu laufen. Aber Christoph ist von seinem Einfall überzeugt: "Wir müssen den alten Richie wieder zurückholen." "Das ist mir klar - naja, so einigermaßen. Aber wie willst du das anstellen? Willst du ihm irgendwas vorlabern? Er wird dir ganz sicher nicht geduldig zuhören!" "Ich werde ihm ein paar Dinge erzählen, die wir zusammen gemacht haben, sodass er sich daran erinnern muss. Das kann er nur als unser Bandmitglied und nicht als Mörder. Dann wird der Alte wieder 'durchkommen' und so diesen Geist besiegen, bzw. aus sich rauskriegen - du verstehen?"

 

Till schaut seinen hochmotivierten Kollegen nur skeptisch an. "Na dann mal viel Erfolg und vor allem viel Glück, du pseudo-Geisterjäger." Christoph grinst sein Gegenüber ganz selbstsicher an. "Du wirst sehen, dass es klappt." Gerade will Till sich über ihn lustig machen, als wie aus dem Nichts plötzlich ihr vom Geist besessener Kollege vor den beiden steht: "Wollt ihr etwa freiwillig sterben, oder warum steht ihr hier rum und lauft noch nicht einmal weg, obwohl ihr wisst, dass ihr sowieso keine Chance habt?" Die beiden gucken ihn erschrocken und mit einer riesen Angst im Bauch an, doch Christoph scheint seinen Plan wirklich in die Tat umsetzen zu wollen. "Gib uns unseren Freund zurück! Sein Geist ist doch auch noch da drin, nicht wahr? Nur dein Geist scheint sich gegen seinen durchzusetzen - aber das wird sich gleich ändern!" Sein Gegenüber lacht nur: "Du willst tatsächlich versuchen, mich aus dem Körper eures Kollegen zu kriegen? Wie absurd!" "So absurd ist das gar nicht! Ich werde dich bzw. ihn jetzt ein bisschen zum Nachdenken und Erinnern verleiten und dann bist du Game Over und kannst dich wieder in deinen eigenen Körper verkriechen - sagen wir... in das, was von ihm noch übrig ist..." "Du hast eindeutig zu viel fern gesehen, mein Lieber. Und jetzt macht euch mal bereit zum Abnippeln!" "Nein! Sowas würdest du nie tun!" "Was quatschst du da?" "Du könntest niemals deine Freunde umnieten! Ganz im Gegenteil - du würdest für deine Freunde sogar morden, wenn es sein müsste! Erinnerst du dich noch daran, als uns diese Gruppe von Typen dumm anmachte? Vor dieser Konzerthalle damals! Sie beschimpften uns als Nazis und haben uns gedroht - aber du hast jedem von ihnen einen Arschtritt verpasst und nachher haben sie sich sogar noch öffentlich bei uns entschuldigt! Erinnere dich doch einfach mal daran, bitte!" Sein Gegenüber schaut ihn verwirrt an.. es scheint so, als würde er zur Vernunft kommen, aber diese Illusion zerplatzt wie eine Seifenblase. "Hör auf, so einen Scheiß zu reden!" Christoph ist kurz vorm Verzweifeln: "Gib ihn uns wieder..." Till stand die ganze Zeit ungläubig dreinschauend da, meldet sich aber nun auch endlich mal zu Wort. "Du wirst jetzt diesen Körper verlassen, ansonsten werde ich dafür sorgen, dass du es freiwillig tust!" "Ach. Und wie willst du das anstellen?" "Indem ich dich, und nur dich mit etwas konfrontiere, was du sicher nicht hören willst!" Der Gegner wirkt auf einmal nervös. Er sieht Till mit erwartungsvollem Blick an und befürchtet sein Ende. "Du...du kannst mich nicht hier rausholen, ihr werdet euren Kollegen unter keinen Umständen wiederbekommen..." "Dieser Mord an deiner Frau und auch schließlich dein Tod damals...der wurde doch nie aufgeklärt, nicht wahr?" Das Befürchtete ist aufgetreten - aus Angst, Till könnte irgendetwas falsches sagen und ihn um den Verstand bringen, rennt er mit dem Schwert bewaffnet auf ihn zu und will ihn abstechen. Die Situation scheint aussichtslos - Till versucht, den Gegner von sich fern zu halten und es kommt zum Kampf. Christoph steht ratlos da und weiß nicht, was er tun soll, bis sein Kollege ihn dann ruft: "Hilf mir doch mal!" Ohne zu überlegen stürzt er sich daraufhin auf Richie und reißt ihn von Till weg, haut ihm eine ins Gesicht, sodass er zu Boden fällt und steht dann fassunglos mit Till vor ihm... "Was habe ich getan?" "Du hast mir geholfen, sonst nichts." "Nein, ich habe unseren Freund geschlagen..." Stumm stehen sie nur da und sehen zu, wie sich ihr vermeindlicher Gegner wieder aufrichtet. Dieser guckt die beiden wütend an und will gerade zu einem neuen Angriff übergehen, als Christoph ihn aber festhält. "Hör auf! Werd wieder normal und gib uns unseren Kollegen endlich wieder, es reicht!!!" "Ihr habt meine Ruhe gestört, also müsst ihr dafür büßen! Wenn ich euch erledigt habe, werde ich auch wieder in meinen eigenen Körper zurückkehren, aber ich brauche diesen hier, um euch endlich um die Ecke zu bringen! Kapiert das endlich!" Till macht schonungslos da weiter, wo er vor der handgreiflichen Auseinandersetzung angefangen hat. "So aggressiv wie du drauf bist, würde es mich nicht wundern, wenn du diesen Mord an deiner Frau selbst begangen hast!" "Was?! Du wagst es, solche abscheulichen Gedanken von dir zu geben?!"

Gerade will sich der vom Geist besessende Bandkollege erneut auf Till stürzen, doch dieser redet weiter: "Natürlich! Diesen ominösen Bekannten gab es sicher nie! Du hattest sicher nur die Absicht sie loszuwerden, hast sie getötet und dann Selbstmord begangen, weil du ein schlechtes Gewissen bekamst! Die Geschichte mit dem komischen Mörder, der nie geschnappt wurde, ist doch sicher nur erfunden!" Total entsetzt und erschrocken geht Till´s Gegenüber ein paar Schritte rückwärts.."Du...du kannst doch nicht... wieso erzählst du sowas?" "Weil ich denke, dass es so - und zwar nur so - stattgefunden hat!" Fassungslos und kopfschüttelnd geht der Betroffene immer weitere Schritte rückwärts und scheint wohl gar nicht mehr diesen Rachefeldzug im Kopf zu haben. Christoph guckt Till nur entrüstet an: "Woher..woher willst du das alles wissen?" "Das weiß ich nicht, aber ich kanns mir halt einfach vorstellen. Ist doch oft so, dass man Geistergeschichten erzählt, um von einer realen und dazu noch grausamen Tat abzulenken." "Ich glaube, du hast ihn gleich soweit... Mach weiter!" Till geht nun auf den Gegner langsam zu und belastet ihn weiter mit Vorwürfen: "Du bist oder warst nichts weiter als eine arme, kranke Seele. Dein Reichtum hat dich dumm gemacht und zwar so dumm, dass du sogar einfach den einzigen Menschen, der dich zu lieben schien, ausgelöscht hast! Das ist wirklich mehr als erbärmlich! Und jetzt willst du zwei weitere Menschen töten, nur weil dir irgendwas nicht in den Kram passt!" Mit gequältem Gesichtsausdruck hält sich sein 'Gegner' die Ohren zu und wirkt verzweifelt: "Hör sofort auf damit! Ich ertrage das nicht weiter! Hör auf...." "Oh nein, mein Lieber - die Party hat gerade erst begonnen!"

Flake und Paul stehen auf einmal auch im Raum und bekommen die Auseinandersetzung mit. Sie sehen, wie Till dem Gegner gegenübersteht, der sich die Ohren zuhält und ständig darum fleht, dass das Bandmitglied mit den Anschuldigungen aufhört und Christoph steht beobachtend und gespannt ein paar Meter hinter Till.

Paul hat einen Plan, wie man das ganze beenden könnte und stellt sich zu Till. Dann guckt er seinen vom bösen Geist besessenen Kollegen an. "Es bringt nichts, die beiden zu töten. Willst du etwa, dass dein Sohn von dem ganzen Übel erfährt und dich letztendlich hasst? Denn wenn das der Fall ist...bist du auch noch im Jenseits einsam und hast niemanden mehr - niemanden!" "Hört endlich auf!!! Ja, ja, ich habe sie umgebracht! Sie hatte einen Liebhaber und ich hielt den Gedanken einfach nicht aus, sie mit einem dahergelaufenen Primitivling teilen zu müssen! Seid ihr nun zufrieden?!" Christoph und Flake gesellen sich zu den beiden anderen Kollegen Till und Paul. Dann schauen sie ihr Gegenüber böse an: "Mörder!" "Ich...ich bin kein...kein Mörder....", sind des 'Gegners' letzte Worte, bevor er ohnmächtig zu Boden sinkt.

Die vier Kollegen stehen stumm da und gucken ihn an... Paul ist am Rätseln: "Meint ihr, er ist jetzt...?" Flake und Till zucken mit den Schultern und Christoph hockt sich neben den Bewusstlosen. "Hey, Richie! Wach auf!" Während er sich weiterhin bemüht, seinen Kollegen wachzukriegen, stehen die anderen ratlos da und sind immernoch nicht sicher, was nun passiert ist. Till hofft, dass seine Art des Angriffs gewirkt hat. "Vielleicht habe ich ihn dadurch vertrieben. Er hätte es wohl nicht länger ausgehalten, sich die blanke Wahrheit von einem Fremden anhören zu müssen..." Paul und Flake interviewen Till darüber, was er genau gesagt hat, um den Gegner vermutlich besiegt zu haben und Christoph ist immernoch dabei, seinen ohnmächtigen Bandkollegen wachzukriegen und redet einfach die ganze Zeit mit ihm. In der Hoffnung, dass er dadurch wieder zu sich kommt und wieder der Alte ist. "Oh, Mann. Es tut mir total leid, dass ich dir eben eine reingehauen habe.... ich hoffe, du verprügelst mich dafür nicht, wenn du wieder zu dir gekommen bist..." "Äh....kannst du mir mal sagen, warum ich auf dem Boden liege und du mir erzählst, du hättest mich geschlagen, Frau Schneider?" Mit großen Augen und bis über beide Ohren grinsend sieht Christoph sein Bandmitglied an. "Du... du bist es!"

Total erfreut springt Christoph auf und eilt zu den anderen, die etwas Abseits stehen. "Er lebt!!!" "Ist es auch unser Richie?" "Ja!" "Sicher?" "Er hat mich Frau Schneider genannt - muss ich mehr sagen?" Die anderen beginnen, sich auch übelst zu freuen und eilen zu Richard, der sich mittlerweile wieder aufgerichtet hat und seine Freunde fragende Blicke zuwirft. "Was ist? Guckt mich nicht so an, als sei ich 10 Jahre weg gewesen, sondern erklärt mir lieber mal, wie ich von meinem vorübergehenden Bett hier draußen auf dem Fußboden gekommen bin!" Ohne Worte aber breit grinsend stürzen sich die Freunde nacheinander auf ihn und umarmen ihn. Doch Richie kommt immernoch nicht ganz mit: "Was ist denn mit euch los? Haben wir nen Preis gewonnen, oder habe ich ne Heldentat begangen - was ist? Klärt mich mal auf!" Flake strahlt Richie nur an: "Das ist unwichtig... hauptsache du bist wieder du." "Ich.... wie jetzt? War ich etwa jemand anders? Bin ich....nein, nein...ihr wollt mir sagen, ich sei shizophren, oder? Ihr spinnt doch!" Christoph geht nochmal auf Richard zu und scheint irgendwas wichtiges sagen zu wollen. "Du darfst dich nicht erschrecken, wenn du in den Spiegel guckst..." "Wieso? Sehe ich anders aus, oder was?" "Du..du hast ein blaues Auge... und ich bin schuld dran. Tut mir leid..." Richard ist mit der Situation überfordert: "Hä? Du hast mir eine reingehauen? Jetzt will ich aber wirklich mal wissen, was hier los ist!" "Das erzählen wir dir noch... aber... du bist mir doch nicht böse, oder?" Kurz guckt Richie woanders hin, dann wieder auf seinen reuemütigen Kollegen, holt aus und schlägt ihm eine ins Gesicht. Dieser wirft ihm anschießend einen bösen Blick zu: "Was soll das, du Spasst?!" Richie grinst nur: "Naja... jetzt sind wir quitt." Flake, Paul und Till können sich das Lachen nicht verkneifen. "Ja.. das ist unser Richie...", lässt Till grinsend verlauten, als von hinten eine Stimme erklingt: "Leute, ich habe einen Ausgang gefunden!" Es ist Oliver, der wohl nach der Flucht aus dem Keller seine Zeit mit dem Suchen eines zweiten Ausgangs verbracht hat - mit Erfolg. "Oli! Wir haben gar nicht gemerkt, dass du...", fällt Flake ein - was aber gerade niemanden interessiert, denn alle wollen nur noch raus aus diesen Gemäuern. Sie folgen Oliver, der sie dazu auffordert, in den zweiten Stock. Dort befindet sich eine kleine Tür, die nach draußen auf eine Holzleiter an der Außenwand des Schlosses führt. Wortlos klettern alle nacheinander hinunter und Oliver bleibt die ganze Zeit auf Abstand mit Richie. "Was ist denn mit dir? Wieso gehst du mir ständig aus dem Weg?" "Du... du hast mich mit nem Schwert bedroht... deshalb."

Während Richard nur überfragt in die Runde guckt, klärt Paul den eingeschüchterten Oli auf. "Er ist wieder der Alte. Till hat den Geist da wieder ins Jenseits befördert." "Achso...na dann ist ja alles im grünen Bereich, was?" "Genau." Genervt von der Geheimniskrämerei und den ungeklärten Umständen verzweifelt Richie fast: "Jetzt sagt mir doch endlich mal einer, was hier passiert ist, Mann!" Till fasst den Entschluss, seinen Kollegen über die Geschehnisse aufzuklären. "Zuerst muss ich aber wissen, was das Letzte ist, an das du dich erinnerst." "Dass es mir auf einmal ziemlich scheiße ging und ich mich dann schlafen gelegt habe und schließlich auch eingeschlafen bin..." Daraufhin nickt Till und fängt dann an, die Geschichte zu erzählen, während die Band gemeinsam zum Tourbus geht und Paul den Busfahrer lauthals versucht zu wecken.

Der Busfahrer wird irgendwann wach, lässt die Band rein, und diese verteilt sich dann erleichtert im Tourbus auf verschiedene Sitz- und Liegeplätze. Till ist nach ca. einer halben Stunde fertig mit erzählen und Richie guckt ihn nur verwirrt an: "Willst du mich jetzt verarschen?" "Nein, ganz und gar nicht. Aber du wolltest wissen, was passiert ist - obwohl ich dir das wirklich gerne erspart hätte, was mir dein Verhalten ja gerade bestätigt." "Aber...oh gott.... das tut mir alles voll leid! Ich wollte das nicht. Du weisst, ich würde niemals jemanden von euch irgendeinen Schaden zufügen..." Till grinst nur: "Das warst doch auch nicht du. Du kannst gar nix dafür. Es ist auch niemand sauer auf dich, du Jimmy!" "Jimmy?" "Ja. Jemand der sich für etwas entschuldigt, das er nicht getan hat, ist in meinen Augen ein Jimmy", versucht Till seinen Kollegen aufzumuntern. Doch dieser guckt nur nachdenklich aus dem Fenster in den Himmel - wo immernoch ein fettes Gewitter herrscht. Der Busfahrer ist etwas irritiert von der Situation und fragt in die Runde: "Was ist? Sollen wir wegfahren? Wurde der Auftrittstermin für morgen abgesagt, oder warum seid ihr wieder hier?" Er erntet nur fragende Blicke, bis Paul ihn dann aufklärt: "Nein, nein. Wir werden Morgen auftreten. Aber das Schloß ist einfach nur .....sagen wir - ungemütlich. Es passieren dort seltsame Dinge, die uns nicht schlafen lassen. Deshalb beschlossen wir, die Nacht im Tourbus zu verbringen." "Achso. Na dann mal gute Nacht", entgegnet der Busfahrer und legt sich wieder in seine Koje. Flake und Oliver sind mittlerweile schon eingeschlafen... Paul und Christoph unterhalten sich über das Ereignis im Schloß, während Till noch neben Richard sitzt und es bereut, dass er ihm alles erzählt hat. Denn dadurch scheint er noch verwirrter zu sein als vorher.

Er schaut nur die ganze Zeit nachdenklich aus dem Fenster und raucht eine Zigarette nach der anderen. "Bist du denn gar nicht müde?", fragt Till, um seinen Kollegen irgendwie von seinen Gedanken abzulenken. Doch dieser reagiert nur mit einem: "Nein, ich kann jetzt sowieso nicht mehr schlafen..", und ist anschließend wieder wie abwesend. Paul und Christoph sind in der zwischenzeit auch im Gespräch weggeratzt und Till will sich auch nicht mehr unnötig wachhalten - er schläft ebenfalls ein. Nun sind alle im Schlaf versunken und Richie verbringt die restliche Nacht damit, über die seltsamen Vorfälle nachzudenken..

Als es hell wird, kann er beobachten, wie der Fahrer des Tourbusses mehr oder weniger motiviert aufsteht, sich fertig macht und losfährt - zur Konzerthalle. Dadurch werden die anderen auch halbwegs wach und schauen noch auf das Schloß, während sie sich immer mehr davon entfernen - bis es außer Sicht ist.....

 

Ende

 

 © by totenstarre aka sandra m.

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Saw-Verarsche

MEINE IDEE, MEINE STORY! NICHT KLAUEN! danke

 

 

Saw-Verarsche

 

Stell dir einfach mal einen alten, ewig nicht betretenen Raum vor. Die Tapeten waren wohl mal weiss, doch nach der Zeit haben sie nun einen Gelbton bekommen. Sie sind teils abgerissen, teils noch an den Wänden haftend.

Der Boden ist mit Fliesen belegt, doch auch diese tragen Zeichen davon, dass sie schon ewig hier liegen und noch nie geputzt wurden. Auch sie waren einmal weiss, doch nun mehr oder weniger grau-braun und ganz sind sie auch schon lange nicht mehr.

Mitten in diesem quadratischen Raum ohne Fenster jedoch mit verschlossener Stahltür steht ein kleiner, popeliger Rolltisch und auf diesem ein Fernseher - ebenfalls ein älteres Modell. Man sieht aber, dass es eigentlich nicht in diesen Raum gehört.

Einen Meter vor dem Fernseher stehen zwei Stühle, auf diesen zwei männliche Personen gefesselt sind. Sie scheinen noch ohnmächtig zu sein - aber sicher nicht mehr lange...

 



Nach einer kurzen Zeit werden die beiden nacheinander wach. Jared sieht Richard und umgekehrt. Schließlich schauen sie sich in diesem hässlichen Raum um. Jared fühlt sich unsicher: "Sag mal... Wo sind wir hier?" Jareds Leidensgenosse scheint aber nicht sehr gerührt: "Ich weiß es nicht. Aber wenigstens haben wir hier einen Fernseher - dann wirds nicht ganz so langweilig." Er grinst, aber Jared findet gerade mal gar nix an dieser Situation zum Grinsen...

Plötzlich springt der Fernseher an. Richard ist auf einmal total erfreut: "Hey, guck mal, Jared! Ameisenfussball!" Jared schüttelt nur den Kopf: "Du bist echt ein komischer Vogel, tz."

Nachdem er das gesagt hat, ist es auch schon still, denn ein alter Mann ist auf dem Bildschirm zu sehen. "Ey, wer bist du denn?", fragen die zwei Gefangenen ganz entgeistert. Der Typ im Fernseher antwortet: "Ich bin DER saw, aber so können wir nicht anfangen."

Richard schüttelt nur unglaubwürdig den Kopf: "Nee, nee. Wenn das hier Saw sein soll, hast du da im Fernseher gar nix zu suchen!"

"Warum denn nicht?"

"Weil da eigentlich immer so 'ne Puppe erscheint!"

"Oh, ein Insider! Das tut jetzt nichts zur Sache. Fangen wir also an..."
 

 


Die beiden Gefangenen sind nun still. Der Mann im Fernseher beginnt also mit seinem Text: "Hallo Richard, hallo Glubschi..."

"Ey, ich heiße Jared und nicht Glubschi!"

"Jaja, ok. Also... Hallo Richard, hallo Jared... Ich möchte ein Spiel spielen."

Die zwei gucken den Typen nur skeptisch an: "Spielen?"

"Ja, SPIELEN!"

Immernoch schauen sie ihn ungläubig an: "Und was willst du spielen?"

"Tja... Richie, ich denke, du bist so ein Insider. Was könnte ich spielen wollen, hm?"

"Äh...lass mich mal nachdenken... Ja, genau! Ich muss Jared umbringen, weil der nen Schlüssel verschluckt hat und den brauch ich, um hier rauszukommen, stimmts?"

"Nein. Wie willst du das machen, wenn du gefesselt bist und dir kein Gegenstand zur Verfügung steht?"

"Stimmt... Ähm... Gleich kommen aus der Decke, den Wänden und dem Boden irgendwelche Sägen oder so und wir müssen drauf hoffen, dass jemand anderes gleich reinkommt und uns befreit, damit er in SEINEM Spiel weiterkommt. Ansonsten sind wir bald ein Haufen Einzelteile."

"Nein, auch falsch."

"Dann sags, mir fällt nix mehr ein."

 

 



Einen Augenblick isses still. Die beiden Gefangenen schauen nur erwartungsvoll auf den Bildschirm und DER saw überlegt ewig. Jared fühlt sich verarscht: "Warte mal. Du hast noch gar nix geplant, oder? Du weißt gar nicht, was du spielen willst, ne?"

"Doch, doch... Aber dein Mitgefangener hat mich gerade ausm Konzept gebracht. Wartet, ich guck nochmal in meinen Terminkalender, welches Spiel ich für heute eingetragen hab. Bleibt solange mal da."

Beide fangen an zu lachen: "Haha, Witzbold! Wir können eh nicht weg!"

"Gut, umso besser is das."

Der Typ verschwindet also kurz von der Bildfläche, um nachzusehen, welches Spiel heute dran ist. In der Zeit lästern die beiden 'Spielfiguren' über den planlosen Psychophaten.

Jared: "Der Kerl hat doch echt nen Sockenschuss, oder? Bringt uns hierher und weiss dann noch nicht einmal, was er mit uns vor hat..."

Richard: "Doch, weiss er schon, aber halt nicht auswendig. Vielleicht hab ich ihn aber tatsächlich verwirrt mit meinen Vermutungen."

Jared: "Dann isser selber schuld. Er wollte ja, dass du errätst, was er vorhat. Der ist total unfähig!"

Plötzlich schallt es aus dem Fernseher: "Ey, das hab ich gehört!"



Jared verdreht die Augen: "Oh, wie schlimm... Also, hast du jetzt nen Plan, was du mit uns spielen willst?"

"Ja, hab ich. Ich schlage vor, wir beginnen nochmal von vorne."

"Ok."

"Also, ihr müsst jetzt total geschockt sein, weil ihr mich auf einmal im Fernseher seht, ok?"

"Jaja, schon klar", antworten die beiden Gefangenen gleichzeitig und tun dann auch so, als wären sie total überrascht, DEN saw jetzt im TV zu sehen.

"Hallo, Richard, hallo, Jared... Ich möchte ein Spiel spielen."

Wieder tun beide so, als seien sie geschockt. Jared reißt nur die Augen auf, während Richard die erste Frage stellt: "Wer bist du und was willst du?!"

"Ich bin DER Saw und ich sagte doch bereits, dass ich ein Spiel spielen möchte!"

"Oh, Gott! Was denn für ein Spiel?!"

Die beiden gucken total ängstlich und das Schlimmste erwartend auf den Bildschirm. Nach einem Augenblick Stille antwortet DER Saw endlich: "Ich sehe etwas..... WAS DU NICHT SIEHST!"

Zuerst entsetzt, danach fragend, guckt Jared auf den Fernseher: "Na toll! Und was soll das bringen?"

"Keine Wiederrede, wir spielen das jetzt! Wer will anfangen?"

Keiner der beiden erklärt sich dazu bereit, den Anfang zu machen. Und bevor das Spiel beginnt, will Richard noch eines wissen: "Was passiert, wenn wir nicht mitspielen wollen?"

 

 

 

Zuerst sieht der 'Bösewicht' seine Spielgefährten entsetzt an, dann gibt er ihnen einen Hinweis: "Schaut mal hinter euch."

Sie drehen ihren Kopf so weit es geht nach hinten und ihre Blicke wandern auf einen Teddybären, dessen Kopf abgetrennt ist. Jared fragt ganz verwirrt: "Und was ist damit?"

"Er wollte auch nicht mitspielen."

Richard regt sich total darüber auf: "Mann, das isn Teddybär! Der kann doch gar nicht mitspielen! Weisst du eigentlich, dass du ihm unrecht getan hast? Du bist kein fairer Spieler!"

"Schnauze! Ich stelle hier die Regeln auf, klar? Und egal, ob Mensch, Teddybär oder Teletubby: Wer nicht mitspielt, stirbt!"

Wieder ein Moment der Ruhe. Dann will DER Saw endlich mit dem Spiel beginnen: "Also, wer fängt an?" Jared hat schon wieder ganz vergessen, worum es ging: "Äh, was spielen wir nochmal?"

"Wer hat Angst vor DEM Saw."

Richard weiss, den Typen zu berichtigen: "Nein. Eben sagtest du noch, wir spielen 'ich seh etwas, was du nicht siehst'."

DER Saw scheint beleidigt und schüttelt den Kopf: "Hätte ich gewusst, was für ein Besserwisser du bist, hätte ich dich nicht für mein Spiel hierhergebracht..."

"Ja, dann kannste mich ja auch wieder gehen lassen, oder?"

"NEIN! Und jetzt halt mal für 5 Minuten die Klappe!"

"Ok."

Jared muss sich angestrengt das Lachen verkneifen und DER Saw fordert ihn daraufhin dazu auf, anzufangen. Schliesslich beginnt er auch: "Ich seh etwas, was ihr nicht seht und das ist..... schwarz!"

 

 

 



DER Saw schmeisst ein Wort nach dem anderen in den Raum, wobei ihm irgendwann auffällt, dass er der Einzige ist, der versucht, den schwarzen Gegenstand rauszufinden, den Jared meint: "Richard, du spielst nicht mit?" Richard schüttelt den Kopf. "Warum denn nicht?" Er gibt keine Antwort. Jared erinnert DEN Saw noch einmal daran, dass er Richard sagte, er solle 5 Minuten lang die Klappe halten. "Aaachso! Na dann..." Daraufhin rät er munter weiter.

Ein paar Sekunden später beginnt auch auf einmal Richard zu raten und die anderen zwei schauen ihn entsetzt an. "Was guckt ihr denn so? Fünf Minuten sind rum."

"Oh, wusste ich nicht. Dann sag ich mal: Willkommen im Spiel!" Nachdem DER Saw nun auch Richard zum Spiel begrüßt hat, versuchen die beiden weiter, Jareds auserwählten Gegenstand zu erraten.

Nach mehrminütigem Raten kommt immernoch niemand drauf und Jared löst auf. Nachdem die nächste Runde auch keiner für sich entscheidet, verliert das Spiel wohl für den Gastgeber seinen Reiz: "Das ist ja voll öde! Nie errät jemand was. Lasst uns was anderes spielen, ok?"

Richard und Jared verdrehen genervt die Augen: "Och nö..."



"Ey, wollt ihr so enden, wie der Plüschteddy?"

"Nein!"

"Dann spielt mit! Wenn ihr oder einer von euch gewinnt, dürft ihr gehen. Wenn ich gewinne... darf ich Feierabend machen und ihr bleibt bis morgen hier und habt dann beim nächsten Spiel die Chance, nach Hause zu gehen. Deal?" Die beiden Gefangenen schauen sich nur gegenseitig an und nicken DEM Saw schließlich einstimmig zu: "Ok, is gebongt."

DER Saw freut sich wie ein Schneebesen und schlägt das nächste Spiel vor: "Galgenmännchen!"

Jared und Richard scheinen davon begeistert zu sein und stimmen ohne Widerworte zu: "Ja, Galgenmännchen geht ab!"

"Super! Also... wartet, ich hol grad mal ein Blatt Papier und nen Edding."

Ein paar Sekunden verschwindet der Gastgeber erneut, um das Material zu besorgen. In dieser Zeit regt sich Jared mal wieder lautstark über ihn auf: "Der Kerl ist doch total bescheuert! Kann der seine Kindergartenspielchen nicht mit anderen seines Niveaus spielen? Ich krieg echt noch zu viel hier. Wir müssen das Spiel gewinnen, sonst raste ich noch aus!"

Richard versucht, seinen Leidensgenossen zu beruhigen: "Hey, sei froh, dass er sowas mit uns spielt. Wir haben echt nen guten Tag erwischt, an dem kein Metzelspiel aufm Plan steht. So kommen wir wenigstens lebend wieder hier raus."

"Stimmt auch wieder. Es sei denn, wir verlieren heute und morgen stehen wieder Metzgerspielchen aufm Kalender..."

"Also geben wir jetzt alles."

"Jepp."
 

 

 


Als DER Saw wieder auf dem Bildschirm erscheint, hebt er das Blatt hoch, auf dem er bereits Striche markiert hat, auf die nun Buchstaben sollen, die ein Wort ergeben. "So, Leute. Jetzt ratet mal, was da hin soll."


Jared: "Ein 'e'?"

DER Saw: "Ist dabei, moment..." Er schreibt die 'e's in die dazu vorgesehenen Lücken.

Richard: "Dann is bestimmt auch ein 'r' dabei."

DER Saw: "Auch richtig. Mann ihr seid ja echt gut!" Wieder fügt er den gewünschten Buchstaben ein.

Nach ein paar Malen hin- und herraten haben die zwei Gefangenen das Wort erraten. Es hieß: "Reißverschluss."

Jubelnd, dies aber ohne Bewegungen, da gefesselt, sitzen Jared und Richard da und freuen sich drauf, heimzugehen. Aber die Sache hat einen Haken. Das haben sie aber noch nicht gecheckt. DER Saw verabschiedet sich schonmal: "Glückwunsch! Ihr dürft jetzt gehen", mit diesen Worten verschwindet er auch vom Bildschirm und die zwei Noch-Gefangenen sitzen da, wie bestellt und nicht abgeholt.

"Toll. Wie sollen wir gehen, wenn wir noch gefesselt sind?"

"Tja, Glubschi... Gute Frage."

"Ey, ich heiße nicht Glubschi, du Penner!"

"...die Tür ist sicher auch abgeschlossen."
 

 

 


Eine ganze Weile sitzen sie da und verrenken sich auf übelste Weise, um sich loszumachen, was ihnen aber nicht gelingt. Nach ca. einer Stunde öffnet sich die Tür und DER Saw betritt den Raum: "Tach zusammen, da bin ich wieder."

Die beiden gucken ihn böse an: "Jaja, du Checker! Lässt uns gehen, obwohl wir nicht können!", motzt Jared ihn an, doch dieser bleibt ruhig: "Was meinst du denn, warum ich jetzt hier bin, hä? Genau! Um euch loszubinden.... Checker."

Er bindet die beiden los und sie eilen raus...

Nun sucht sich DER Saw neue Mitspielgefährten für das nächste Spiel, das da wäre:

"Mensch, ärgere dich nicht."



ENDE

© by totenstarre aka sandra m.

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Seelenmord

MEINE IDEE. MEINE STORY. NICHT KLAUEN! danke

 

 

Seelenmord

 

Ich wurde wach, obwohl ich mich nicht daran erinnern konnte, geschlafen zu haben. Mir war kalt und ich lag definitiv weder in meinem Bett, noch auf einem Sofa oder ähnlichem, denn ich lag sehr unbequem. Mein Kopf tat weh und mir war übel... Langsam öffnete ich die Augen und sah zuerst nichts, dann sehr undeutlich. Um mich herum war nichts - nur kahle Wände. Sie waren weiß, oder grau, ich kann es nicht genau sagen, da das wenige Licht, das die alte, lose an der Decke baumelnde Glühbirne noch hergab, nicht ausreichte, um alles deutlich genug erscheinen zu lassen.
Bemüht richtete ich mich langsam auf, was fast unmöglich war, da mir alles wehtat. Meine Befürchtungen bestätigten sich letztendlich auch - ich lag auf dem Boden. So langsam war mir das alles etwas unheimlich. Ich hatte weder eine Ahnung wo ich war, noch wie ich da hinkam, geschweige denn, wie viel Uhr und ob es Tag oder Nacht war. Dieser Raum hatte keine Fenster...
Eine Tür gab es. Aber ich versuchte erst gar nicht, sie zu öffnen. Mir war klar, dass ich hier her verschleppt worden und eingesperrt worden sein muss - denn freiwillig würden mich nicht einmal die Folgen eines riesen Besäufnisses zum Schlafen hierherbewegen!
Bevor ich mich zur Angst verleiten ließ, machte ich mir erst einmal Gedanken, was passiert war, bevor ich hier aufwachte - wie das alles kam und wen ich zuletzt sah.
Aber nichts.
Meine Zigaretten hatte ich zum Glück noch bei mir - wenigstens eine Beruhigung und Beschäftigung, der man in solch einer Absteige nachgehen kann. Während ich meine Nikotinsucht stillte, überlegte ich weiter. An irgendetwas musste ich mich doch erinnern können!



Nach einer Weile tauchten vor meinem inneren Auge Bilder auf... Bilder von einer Party... Jedenfalls viele Leute, viele Freunde von mir. Alle haben Spaß und nichts hat den Anschein, als würde etwas seltsames und unerklärliches mit mir passieren an dem Abend...
Ich schüttelte den Kopf: Das konnte doch nicht alles gewesen sein, woran ich mich erinnerte - da musste es doch einen Hinweis geben, wie und warum, durch wen ich hier gelandet war!
Also überlegte ich weiter. Doch desto mehr ich nachdachte, umso stärker wurden meine Kopfschmerzen. So langsam machte ich mir echt Sorgen. Ich konnte nicht mehr da rumsitzen und krampfhaft über etwas nachdenken, was mich sowieso nicht weiterbrachte.
Deshalb stand ich auf, was auch wieder mit Schmerzen zusammenhing und ging langsamen Schrittes in diesem Raum auf und ab. Ohne es zu wollen, grübelte ich doch wieder darüber nach, was da passiert war.

Zuerst versuchte ich rauszufinden, wer denn einen Grund haben könnte, mich einfach in so einen Keller (danach sah es zumindest aus) zu stecken und vor allem fragte ich mich, was derjenige davon haben soll?
"Früher oder später fällt es sowieso jemandem auf, dass ich weg bin und einfach nicht mehr zurückkomme, ohne eine Nachricht hinterlassen zu haben", sagte ich leise vor mich hin und beschloss letztendlich, erstmal zu warten, ob sich vielleicht irgendwas tun würde - auch wenn ich keine Ahnung hatte, in welcher Form das geschehen sollte. Ich setzte mich wieder auf den kalten Boden und lehnte mich an die Wand. Dabei suchte ich meine Jacken- und Hosentaschen nach meinem Handy ab.
Dieses hatte ich nicht mehr bei mir, genauso wenig meine Uhr. Der Täter war aber dennoch so freundlich, mir wenigstens meine Kippen zu lassen... "Ne Flasche Wasser hätte er auch dalassen können", murmelte ich sauer vor mich hin, bevor ich mir die nächste Zigarette anzündete und mir forschend die Wände ansah. Womöglich hatte ich die Hoffnung, dort irgendein Zeichen zu entdecken.
Da! An einer der Wände hing ein Zettel. Irgendetwas stand darauf, doch ich musste aufstehen und hingehen, um es erkennen zu können.

Als ich davor stand, konnte ich es schließlich entziffern:
"Willkommen in deinem neuen zu Hause! Es ist noch etwas unbequem, ich weiß, aber wenn du mal eine Weile hier bist, gewöhnst du dich schon dran. Tja, das hier ist jetzt mein Film und du spielst die Hauptrolle - freu dich!
Du wirst noch erfahren, was auf dich zukommt, aber eines solltest du jetzt schon wissen: Du gehörst jetzt mir!
Wir sehen uns!"

Ich stand da wie angewurzelt. Jetzt kapierte ich gar nichts mehr und las mir den Zettel noch ein paar Male durch. Trotzdem kam ich einfach nicht drauf, was das sollte und wer dahinter steckte.

"Oh, Mann, ich hasse sowas", fluchte ich und schaute mich hektisch um. Der Verfasser des 'Briefes' schrieb etwas von einem Film, in dem ich die Hauptrolle sein sollte. Also war es doch mehr als logisch, dass man mich beobachten musste.
Schliesslich entdeckte ich auch eine Kamera. Sie hing genau über der Tür. Von dort aus hatte man sicher den ganzen Raum im Bild und das Opfer, das keine Ahnung hatte, was da eigentlich gerade passierte.
Leider war die Tür sehr hoch. Ich kam nicht an die Kamera heran, um sie von der Wand zu reißen und es standen mir auch keine Möbel oder ähnliche Gegenstände zur Verfügung, die mir das Rankommen hätten erleichtern können.
So musste ich feststellen, dass mir zunächst nichts anderes übrig blieb, als drauf zu warten, was als nächstes passiert. Das Zeitgefühl hatte mich total verlassen und ich hatte keine Ahnung, wie lange ich die Zeit damit verbrachte umherzugehen, rumzusitzen und nachzudenken. Ich wusste nur eines. Und zwar, dass ich mittlerweile ordentlichen Durst bekam und immer mehr drauf hoffte, dass sich endlich irgendetwas tat - dass ich die kranke Person, die mir das zumutete endlich mal antreffen würde und ihr ordentlich in den Arsch treten könnte.
.

.
Unangenehmer wurde das Warten, als ich auch noch anfing, Hunger zu bekommen. Das machte mich nur noch aggressiver und ungeduldiger. Um mir das Warten auf ein Zeichen zu erleichtern, versuchte ich auf dem kalten, unbequem harten Boden zu schlafen... Vergeblich. Es funktionierte einfach nicht.
Irgendwann wurde die nervtötende Stille gestört. Ich vernahm Schritte - vor der Tür. Nervosität machte sich in mir breit und gleichzeitig freute ich mich irgendwie. Denn es war das Ankommen eines neuen Hinweises oder sogar des Täters selbst, den ich mir dann mal ordentlich in die Mangel genommen hätte!
Mit starrem Blick auf die Tür erhob ich mich und mein Herz schien vor Aufregung so laut zu schlagen, dass ich es ohne mich darauf zu konzentrieren, hören konnte.
Endlich! Die Tür öffnete sich langsam. Das Knarren war unangenehm laut, aber das störte mich in dem Moment nicht. Zuerst konnte ich nur einen Schatten zwischen Tür und Türrahmen erkennen, doch dann betrat jemand mein 'Gefängnis', wie ich es nannte.
Plötzlich stand er vor mir...
Mein Blick wanderte einige Male an ihm hoch und wieder runter. Ich konnte es nicht glauben und wollte es schon gar nicht wahr haben! Er grinste mich nur fies an mit den Worten:"Was ist? Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen. Hast mich wohl nicht erwartet, was?"
Mir fehlten die Worte und ich antwortete ihm nur mit einem Kopfschütteln. Ich kannte ihn, sehr gut sogar. Wir waren doch Freunde und es ging mir einfach nicht in den Kopf, warum er das jetzt mit mir macht!
Er sah mich erwartungsvoll an und schien zu wissen, dass ich einige Fragen an ihn habe. Leider brachte ich meine Anliegen nur stotternd raus, da ich es einfach nicht glauben konnte, dass einer meiner Freunde mich gefangen hält...

Eine Frage lag mir aber schon die ganze Zeit auf dem Herzen und sie war auch die Einzige, die ich in diesem Moment loswurde: "Warum tust du mir das an, was soll das?!"
Er ging ein paar Schritte auf mich zu, bis er direkt vor mir stand. Dann grinste er mir ins Gesicht und antwortete mir damit, dass er einfach Lust dazu habe... Das glaubte ich ihm nicht, denn man hält keinen Freund in so einem 'Drecksloch' gefangen, nur weil man gerade mal die Lust dazu verspürt.
Also fragte ich ihn nochmal und diesmal fiel seine Antwort zum Glück nicht so mager aus: "Die ganze Zeit, die ganzen Monate, Wochen, Tage... fiel mir auf, dass du es einfach mal brauchst, schlecht behandelt zu werden. Weisst du... Jeder mag dich oder um es noch eher zu treffen - jeder liebt dich ja schon beinahe und du scheinst einfach total abgehoben zu sein. Ich werde dich einfach auf den Boden zurückholen, verstehst du?"
"Warum das denn? Natürlich mag mich nicht jeder und lieben schon gar nicht! Was hast du für Vorstellungen? Und abgehoben... Wenn es so wäre, hast du doch als Freund - für den ich dich jedenfalls gehalten habe - dazu im Stande zu sein, mir das zu sagen, oder? Also was soll dieses Spielchen? Willst du deine Herrschsucht irgendwie ausleben oder was ist?"
.

.
Ich war auf 180. Er hatte keinerlei Grund, solche Spielchen zu spielen! Zu mindest nannte er mir keinen plausiblen Grund dafür. Allmälich wurde ich so sauer, dass ich ihm am liebsten erwürgt hätte, doch das hätte nichts gebracht. Nachdem ich ihn eine Weile wortlos, jedoch fordernd ansah, redete er weiter:
"Es ist alles ein bisschen kompliziert... Es ist ein Experiment. Wie lange wirst du es wohl hier aushalten, bis du ausflippst? Du bist meine Versuchsperson..."
"Und warum gerade ich?"
"Tja... Das kann ich dir auch nicht sagen. Ich wollte halt einfach dich dafür - nur dich."
"Und was soll dir das Ganze bringen?"
"Och... ich werde einfach nur deine Grenzen austesten, nichts weiter. Das hier geht so lange, bis ich der Meinung bin, es könnte dir dauerhaft schaden, bzw. bis ich es abbreche, weil es mich langweilt."
Als sei es eine Selbstverständlichkeit, so eine üble Sache abzuziehen, guckte er mich an und ich war einfach nur sprachlos. Verständnislos gab ich ihm noch zu verstehen, dass er sich professionelle Hilfe suchen sollte, da er einfach nur krank sei.
Daraufhin legte er seine Hand auf meine Schulter und tat so, als wolle er mich beruhigen: "Wer wird denn gleich so ausflippen... Das Spiel hat ja noch gar nicht richtig begonnen. Wie soll denn das erst aussehen, wenn du mal 2 Wochen hier drinnen bist? Komm also erstmal runter und dann reden wir weiter..."
"Ich will jetzt hier raus!"
"Hey! Du hast da eine wichtige Kleinigkeit vergessen, mein Lieber! Ich stelle hier die Regeln auf, nicht du... klar? Und jetzt werde ich dich hier wieder alleine lassen und ab und zu komme ich dann mal nach dir sehen. Ich hoffe ja, dass unsere nächsten Begegnungen etwas angenehmer werden...Das wäre besser für uns beide."
.

.
Bevor ich noch etwas sagen konnte, war er auch schon im Begriff, den Raum zu verlassen. Aber ich wollte nicht weiter dort herumsitzen und passte ihn kurz vor der Tür ab. Ich war so sauer... Als ich vor ihm stand, fragte er mich nur grinsend, ob ich etwa Angst hätte und da war es vorbei - ich packte ihn am Kragen und drückte ihn gegen die Wand. Dabei versuchte er sich zu wehren, was ihm allerdings nicht gelang: "Lass mich sofort los!"
Er schien in Panik zu geraten, doch ich war außer mir vor Wut und schmiss ihn zu Boden. Damit er mir nicht davonkam, kniete ich mich über ihn und hielt seine Hände am Boden: "Was verdammt nochmal soll die Scheiße, hä?! Entweder du lässt mich gehen und lässt deine kranken Fantasien in deinem paranoiden Hirn, oder du kommst hier nicht lebend wieder weg!"
Geschockt blickte mir mein Gegenüber ins Gesicht und antwortete nur stotternd: "Jaja, ist ja gut. Ich wusste ja nicht, dass du gleich so ausflippst... Lass mich los und dann gehört die Freiheit dir, okay?"
Er wirkte verängstigt und vermutlich dadurch glaubhaft auf mich. So ließ ich seine Hände wieder los, was ein Fehler war. Sobald er die Bewegungsfreiheit erlangte, schlug er mir mit der Faust ins Gesicht, sodass ich schmerzhaft mit dem Rücken auf dem harten Boden landete.
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Ich blutete aus der Nase, so hart war sein Schlag. Doch das war nicht alles. Er drehte nun den Spieß um, kniete sich über mich, hielt mich fest und drohte mir mit Schlimmerem: "Denkst du wirklich, ich lasse mich von dir erpressen? Nein, Freundchen... Du bleibst hier! Und sobald du dich noch einmal gegen mich wehrst, werde ich dir dein Leben innerhalb weniger Augenblicke zur Hölle machen, glaub es mir!"
Sein Blick machte mir Angst. So böse hatte ich ihn noch nie erlebt. Was war nur mit ihm los? Das wollte ich auch in dem Moment von ihm wissen, was seinen Gesichtsausdruck ins Nachdenkliche übergehen ließ. Nach ein paar Sekunden Stille kam sein Gesicht meinem ganz nahe, dann flüsterte er nur: "Du bist doch der Grund für mein Verhalten, also frag nicht so, als hättest du keine Ahnung. Aber du wirst es noch früh genug erfahren, was du mit mir gemacht hast..."
Im nächsten Augenblick ließ er auch schon wieder von mir ab, richtete sich auf und warf mir noch einen kurzen Blick zu bevor er den Raum letztendlich verließ - mit den Worten: "Ich komme wieder."
.

.
Total verwirrt blieb ich auf dem Boden liegen. Ich hatte wirklich keine Ahnung, was er meinte... Was soll ich mit ihm gemacht haben? Wie soll ich an seiner Veränderung schuld gewesen sein? Was macht er als nächstes? So viele Fragen schossen durch meinen Kopf und ich fand keine Antworten darauf.
Komischerweise machte es mir in dem Moment weniger Sorgen, dass ich mal wieder keine Ahnung hatte, wie lange ich nun noch hier sein werden würde. Nein, es bereitete mir Magenschmerzen, was er nun mit mir macht, wenn er das nächste Mal "zu Besuch" kommt.
Wie soll er es schaffen, mir in wenigen Augenblicken das komplette Leben zur Hölle zu machen? Mir fiel nichts ein, was mir derartig die Zukunft vermiesen könne. "Wir werden sehen...", dachte ich mir und begann, mich in eine aufrechtere Haltung zu bringen und setzte mich schließlich.
Mein Nasenbluten war vorüber, doch ich hatte kein Wasser, um mir die Kampfspuren aus dem Gesicht zu waschen. Zunächst zündete ich mir erneut eine Zigarette an - ich war noch nervös und gelangweilt sowieso. Obwohl ich tausend Gedanken in meinem Kopf hatte, konnte ich mit diesen nichts anfangen. Außerdem waren es nur schreckliche Dinge, die in meinem Gedächtnis umherschwebten...
.

Ich fing sogar langsam an, Angst zu bekommen. Und das gefiel mir gar nicht... Immer und immer wieder verzweifelte ich fast an der Frage, warum ausgerechnet ein Freund auf so einen hirnrissigen Kram kommt...
Irgendwann musste ich wohl eingeschlafen sein. Man weckte mich - es war, wie sollte es auch anders sein, mein Entführer. Er sagte mir, dass es an der Zeit sei, sich noch einmal zu unterhalten. Als ich mich mühsam aufgerichtet hatte, blickte ich meinem Gegenüber in die Augen und spürte in diesem Moment nur Hass!
Er grinste mich an und in diesem Augenblick konnte ich nicht anders, als ihm einen Schlag ins Gesicht zu verpassen - das war ein Fehler, denn als er sich wieder erhob und vor mir stand, erinnerte er mich wieder an seine Drohung. "Du hast mir entweder nicht richtig zugehört oder willst es nicht anders, als bestraft zu werden, hä?"

Seine Wut sah ich ihm regelrecht an und als ich ihn fragte, wie denn diese "Bestrafung" aussehen sollte, antwortete er nur ganz ruhig: "Das wirst du gleich sehen." Im nächsten Moment schlug er mir in den Magen, wovon ich auf die Knie sank. Dann verpasste er mir einen Tritt ins Gesicht und ich stürzte mit schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck ganz auf den Boden. Vor lauter Schmerzen war ich fast ohnmächtig geworden, doch leider nicht ganz, denn es sollte noch schlimmeres mit mir passieren...
Mein Gegner kniete nun wieder über mir und hielt mich fest: "Wenn du jetzt ganz still hälst, wird es nur halb so schlimm...", flüsterte er mir ins Ohr. Ich begann langsam zu begreifen, was er mit mir vor hatte, doch hoffte ich, dass er doch nicht Befürchtetes unternahm - sonst würde meine komplette Zukunft zerstört sein...
Er riss mir fast sämtliche Klamotten vom Leib und dann spürte ich nur noch einen fast unerträglichen Schmerz und wurde nun entgültig ohnmächtig....

Als ich wieder zu mir kam, war es mir fast unmöglich, mich aufzurichten. Ich hatte solche Bauchschmerzen und obwohl ich kaum etwas mitbekam, da ich das Bewusstsein verloren hatte, zogen Bilder von dem Geschehen durch meine Gedanken. Es war grauenvoll, der blanke Horror! Ich hatte Angst davor, ihn wieder zu sehen - ja, ich hatte Angst vor jemandem, der mir mal nahe stand und dem ich einmal vertraute....
Ich zitterte am ganzen Körper und stand total neben mir. Wieder und wieder schaute ich mich in dem Raum um, aus Angst, er könnte noch hier irgendwo sein und wieder über mich herfallen. Warum tat er sowas? Es wollte mir nicht in den Kopf gehen. Er war mein bester Freund, ich war seiner...
Das konnte unmöglich wahr sein: Er isn Kerl und ich auch - aber ich wusste nie etwas davon, dass er es auf mich absah - in diesem Sinne.
Das Warten regte mich immer mehr auf. Ich wollte endlich raus, raus aus diesem Albtraum - aber wie? Es war zum Verzweifeln...

Ich ging mehrmals im Raum auf und ab, versuchte, die Schmerzen zu vergessen, doch das war unmöglich. Seit dem Aufwachen fühlte ich mich so ausgenommen, leer und schmutzig. Wie ein Stück Abfall kam ich mir vor - ausgenutzt, weggeworfen, nutzlos...
Verzweifelt versuchte ich eine Antwort zu finden - wieder mal. Doch ich kam auf keinen Nenner. Das alles hatte einfach keinen Sinn!
Dann blieb ich auf der Stelle stehen. Mein Herz begann zu rasen, ich war wie versteinert... Da waren wieder Schritte vor der Tür. Es war klar: Er kam wieder! Am liebsten wäre ich auf der Stelle gestorben. Diese wenigen Sekunden, bis sich die Tür öffnete, waren der reinste Horror. Der Gedanke, ihm gleich wieder gegenüber zu stehen, brachte mich fast um den Verstand.
Ich wollte einfach nur weg...

Aber es gab ja keinen Ausweg, also war ich gezwungen, mich der grausamen Situation zu stellen. Er betrat erneut den Raum, schloss die Tür hinter sich und ging langsam auf mich zu. Bei jedem Schritt, den er auf mich zu machte, trat ich zwei zurück. Meine Augen wichen keine Sekunde von ihm, denn ich wollte darauf gefasst sein, wenn noch einmal etwas geschieht.
Er grinste mich wieder mit diesem "Psychogrinsen" an und fragte mich, warum ich auf einmal solche Angst vor ihm habe. Er hätte doch gar nichts gemacht.
Das machte mich wütend, aber den Fehler, ihn zu schlagen, wollte ich nicht wieder begehen - nein, diesmal würde ich mich als der Klügere erweisen und nichts tun. Dann würde mir auch nichts passieren.
Glaubte ich zumindest.

Er kam also immer näher und irgendwann konnte ich keinen Schritt weiter rückwärts gehen - die Wand zog mir einen Strich durch die Rechnung. So erreichte mich mein Gegenüber irgendwann und blieb dicht vor mir stehen. Ich zitterte und er schien es zu merken: "Frierst du etwa? Ich habe mir extra die Zeit genommen, dich nach unserem kleinen Abenteuer wieder anzuziehen... Obwohl es ja nicht gerade fair von dir war, einfach bewusstlos zu werden. Das musst du doch wohl zugeben, oder?"
Ich bewegte mich nicht. Und ich verkniff mir jedes Wort, denn alles, was ich ihm in diesem Moment zu sagen hatte, hing mit Beleidigungen zusammen und das hätte wohl eine nächste "Bestrafung" zur Folge gehabt.
Einen Augenblick lang schaute er mir in die Augen und sah mir meine Angst sicher an: "Hey, was ist denn los? Du bist doch sonst immer so eine starke Persönlichkeit. Außerdem hast du eh kaum was mitbekommen, also tu nicht so. Das nächste Mal wirst du bitte bei Bewusstsein bleiben, sonst machts ja keinen Spaß." Er schwieg einen Moment. "Gut, du willst nicht reden. Dann werde ich nachher nochmal vorbeischauen und hoffe, dass du mir dann etwas zu erzählen hast..."

Ich stand starr an der Wand und muss einer Statue geglichen haben, als er mir noch einen Kuss aufzwang, bevor er mich wieder in den Gemäuern alleine ließ. Ich fühlte mich furchtbar und es war einfach nur schrecklich, wie er das alles einfach abtat, als sei es ja gar nicht so schlimm... Er hatte keine Ahnung. In meinen Wunschgedanken war er das Opfer eines Psychophaten. Ich wollte, dass er sich genauso fühlt, wie ich es gerade tat und wie viele Menschen vor mir es schon in den Fängen anderer Psychophaten taten...
Doch für so etwas war jetzt keine Zeit. Ich musste mir langsam mal überlegen, wie ich ihn überlisten und so Freiheit erlangen könnte. Er schien drauf zu stehen, mich zu quälen - mir Angst zu machen. Also musste ich dafür sorgen, dass er dieses Vergnügen nicht bekommt.
Aber was wäre, wenn genau das sein Ziel war? Dass ich so tun würde, als ob mir das alles nichts ausmache oder es mir sogar gefallen würde, was er tat? Da ich ein schlechter Schauspieler bin, würde er mir das eh nicht abkaufen - dafür kannten wir uns schon zu lange - wobei ich ja nun feststellen musste, dass ich ihn nicht im Geringsten kannte...

Ich wollte aber nicht länger das Opfer seiner kranken Fantasien sein! Also blieb mir nichts anderes übrig... Wohl oder übel musste ich ihm vorspielen, keine Angst vor ihm zu haben und alles freiwillig für ihn zu tun, sodass ihm das Ganze vielleicht zu langweilig werden würde und er beschließen würde, mich freiwillig gehen zu lassen.
Irgend etwas musste ich tun. Und wenn es das ist, meine Seele vollkommen wegzuwerfen, musste ich dieses Opfer wohl bringen.
So wartete ich darauf, dass er wieder zu mir kam - auch wenn dies mit einer riesigen Angst und Unsicherheit verbunden war...
Nevös, leicht zitternd hockte ich mich in die Ecke, gegenüber der Tür und wartete. Natürlich mit der Hoffnung, dass mein Plan auch aufgehen würde...

Irgendwie wurde ich nach einer ganzen Weile des Wartens müde und fing an, vor mich hinzudösen. Ich weiß nicht, wie lange das war, jedenfalls kam mir die Zeit sehr lang vor - bis mein feindgewordener Freund wieder mein Gefängnis betrat. Jetzt lag es an mir, was passieren würde.
Ich stand nicht auf, da ich meine Angst nicht zeigen, sondern unterdrücken wollte. Er kam also wieder auf mich zu, ging vor mir in die Hocke und fragte mich, ob ich denn jetzt nicht mehr so wortkarg sei wie vorher. Meine Antwort war ein einfaches: "Nein, es geht wieder." Diese Worte blieben mir fast im Halse stecken, da es eine Lüge war - ich wollte nicht reden - nicht mit ihm, der mir das Leben gerade zur Hölle auf Erden machte. Aber mir blieb nichts anderes Übrig.
"Schön, dann können wir ja mal über die Zukunft reden". Ich nickte. "Hast du eigentlich aus der Situation von heute gelernt?" Natürlich wusste ich, was er meinte und er erwartete sicher eine Antwort von mir, wie 'Nein, du Penner', oder ähnliches. Doch ich spielte ihm lieber was vor: "Ja, natürlich. Ich werde dir nicht mehr blöd kommen und alles tun, was du willst. Es bringt mir nichts, wenn ich gewalttätig oder beleidigend werde...", es widerte mich an, mich so einschleimen zu müssen, aber ich tat es für meine Freiheit.
"Sehr gut. Ich sehe, du bist ein schlaues Bürschchen. Also, du wirst mir jetzt nicht mehr widersprechen?" "Nein, werde ich sicher nicht." "Und alles tun, was ich will? Ohne Gezeter?"
Eine Weile wartete ich, bevor ich antwortete, denn diese Antwort würde über einiges Entscheiden... Doch schließlich musste ich mein 'Schauspiel' durchziehen: "Ja, alles was du willst... Ohne Widerspruch..."

Mein Gegenüber schaute mich verwirrt an. Dann lächelte er: "Super! Ohne Stress macht das alles wenigstens ein bisschen mehr Spass, schont die Gemüter und spart Zeit." "Ja..", erwiederte ich leise mit dem Blick auf den Boden gerichtet. Ich musste mir die Tränen verkneifen, denn das alles zerstörte mich immer mehr. Da tötete er meine Seele und ich gab ihm noch freie Chancen, es immer wieder zu tun... Ich fühlte mich scheisse - nun war ich ein Verräter meiner selbst geworden und das Ganze nur aus Angst...
"Natürlich muss ich dir nicht erklären, dass ich gerne einen kleinen Beweis für deine zukünftige Freiwilligkeit hätte, um sicher zu gehen." Als er diesen Satz zuende gesprochen hatte, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Mit großen Augen starrte ich ihn an und hoffte, dass er nichts von mir verlangen würde, was mir unmöglich zu erfüllen sei. Er stand auf und mit einem Befehlston forderte er mich dazu auf, mich ebenfalls aufzurichten.
Mit einem leichten Zittern in der Stimme fragte ich: "Was soll ich machen?" Er schien zu überlegen. Dann wollte er, dass ich ihm sagte, wie ich unser 'Abenteuer', wie er es nannte, empfand.
Mir war klar, dass er nichts Negatives hören wollte und so antwortete ich ihm zunächst damit, dass ich ja sowieso nichts davon mitbekommen hatte.
Dann sagte er etwas, was mich fast umbrachte: "Gut, dann wiederholen wir das Ganze. Hinterher wirst du mir ja sagen können, wie es für dich war."
Er grinste und näherte sich mir wieder... Ich wollte auf der Stelle sterben!

"Nein, bitte...", ich wollte noch Zeit rausschinden, um mich innerlich auf den nächsten Übergriff vorzubereiten, auch wenn das jetzt abgedroschen klingen mag. Doch sein Blick darauffolgend sagte mir, dass ich gerade wieder einen Fehler machte: "Moment. Du sagtest, du wirst mir nicht widersprechen. Also sei jetzt ruhig und tu, was ich dir sage." Widerwillig nickte ich und dann gings auch schon los. Er packte mich, drückte mich gegen die Wand und zerrte mir erneut die Kleidung vom Leib.
Ich fühlte mich wieder so furchtbar... Schweißausbrüche und ein halber Nervenzusammenbruch waren nur ein Teil von dem, was ich in diesem Moment fühlte.
Ein zweites Mal wollte ich das nicht mitmachen, konnte ich auch nicht! Da hatte ich mich wohl vorher überschätzt. Kurz bevor er loslegte, verpasste ich ihm mehr oder weniger automatisch einen gezielten Tritt. Mit einem schmerzvollen Schrei sank mein Gegner zu Boden. Ich trat ihn noch einmal in den Bauch, um sicher zu gehen, dass er so schnell nicht wieder aufsteht.
Dann durchsuchte ich seine Taschen nach dem Schlüssel, der mich aus seinen Fängen befreien sollte. Ein Gefühl, dass sich aus Angst und Wut zusammensetzte, machte mir die Situation nicht leichter.
Es war schwer, an den Schlüssel heranzukommen, da sich mein Peiniger dagegen zu wehren versuchte. Er zog letztendlich ein Messer und rammte es mir mit voller Wucht ins Bein. Ich konnte mich vor Schmerz nicht halten und fiel ebenfalls zu Boden...

Er stürzte sich auf mich und es kam zu einem Gerangel. Der Versuch, mich zu erwürgen war sein Todesurteil! Ich zog mir mit Qualen das Messer aus meinem Oberschenkel und trieb es mit ganzer Kraft in seinen Bauch. Kurz drauf zog ich es wieder raus. Ein kurzer Schrei, ein Ringen nach Atem und er fiel bewusstlos auf mich. Nachdem ich diesen kurzen Schock überwunden hatte, stieß ich ihn von mir, suchte mir die Schlüssel aus seiner Hosentasche, zog mich hastig wieder richtig an und hinkte zur Tür.
Vor lauter Angst, er könnte wieder aufstehen und versuchen, mein Leben zu beenden, zitterte ich so sehr, dass es fast unmöglich schien, den Schlüssel in das Schlüsselloch der Tür zu stecken...
Hektisch schaute ich immer wieder zu meinem perversen Gegner, der jedoch regungslos da liegen blieb - mir also keine Ängste bereiten könnte. Irgendwann gelang es mir endlich, den Schlüssel ins Schlüsselloch zu stecken und die Tür zu öffnen.
Ich war sehr gespannt darauf, was mich jetzt erwartete. Wo ich mich die ganze Zeit befand - in welcher Gegend. Als ich die Tür hinter mir der Sicherheit wegen zugeschlossen hatte, genoss ich erst einmal den mir lange entbehrten Geruch von frischer Luft.
Es tat wirklich gut, endlich wieder in Freiheit zu sein, auch wenn ich innerlich eigentlich schon tot war und es nicht leicht für mich war, in irgendeiner Weise Freude zu empfinden...

Nach ein paar Sekunden begann ich schließlich, mich umzusehen und geriet ins Staunen. Ich befand mich auf dem Friedhof genau um die Ecke meines Hauses! Das war krank... total bescheuert! Natürlich begab ich mich sofort auf den Weg nach Hause. Und an den Laternenpfosten der Straße, hingen Zettel. Darauf stand "VERMISST", ein Foto von meiner Wenigkeit war drauf abgebildet und es stand eine Handynummer drauf. Es war die Nummer eines sehr engen Freundes.
Kurzfristig beschloss ich dann doch, zuerst ihn aufzusuchen, um ihm zeigen zu können, dass ich lebte und er sich keine Sorgen mehr machen musste. Außerdem brauchte ich jetzt jemanden zum Reden. Jemanden, an den ich mich anlehnen konnte und der mir Kraft geben würde - einen Freund.
Nach einem längeren Marsch stand ich nun vor seiner Haustüre. Komischerweise war ich nervös, aber ich wollte nicht, dass er sich weiterhin sorgt. Ich klingelte und nach ein paar Sekunden öffnete sich die Haustür. Er stand im Türrahmen und sah mich entgeistert an: "Du...du lebst!" Ihm schossen Freudentränen in die Augen und ich konnte meine auch nicht zurückhalten.
Nachdem er mich freudenstrahlend umarmt hatte, bat er mich in sein Haus. Als wir im Flur standen, schaute er mich traurig an: "Was hat man mit dir gemacht? Du siehst aus, als hättest du tagelang durchgeweint und du wirkst... Abwesend und kühl... Wer war das?"
Mein Blick wanderte auf den Boden und ich wusste, dass er dem Täter persönlich den Hals umdrehen wollte: "Er ist schon tot... Ich habe ihn getötet, als er mich ein zweites Mal zerstören wollte", erklärte ich ihm im ruhigen Ton. Einen Augenblick später schaute ich ihm ins Gesicht und sah, wie ihm erneut Tränen aus den Augen liefen: "Was hat er bloß mit dir gemacht?", fragte er in einem Ton, als ahnte er schon, was passiert war.

Wir begaben uns ins Wohnzimmer, wo ich ihm alles erzählte. Das fiel mir mehr als schwer, denn ich schämte mich so sehr. Aber er als Freund, der sich die ganze Zeit Gedanken machte, hatte meiner Meinung nach das Recht darauf, alles zu erfahren. Irgendwann, nach ein paar Stunden wollte ich nun doch endlich nach Hause und der Freund begleitete mich noch zum Ausgang seines Hauses. Bevor wir uns verabschiedeten, wollte ich allerdings noch eines von ihm wissen: "Wie lange war ich eigentlich weg?" Er überlegte und sagte mir, dass es fast 3 Tage spurlosen Verschwindens waren.
Das war seltsam. Mir kam es vor, wie 3 Monate!
Schließlich trat ich den Heimweg an und es waren auch nur wenige Meter bis zu meinem Ziel. Als ich daheim ankam, fiel mir ein, dass ich ja gar keinen Schlüssel bei mir hatte. Aber glücklicherweise hatte ich immer einen Ersatzschlüssel unter der Fußmatte versteckt.
Froh darüber, den Spuk endlich hinter mir zu haben, betrat ich mein Haus und mich überkam ein Glücksgefühl: "Endlich wieder daheim", entfuhr es mir freudenstrahlend, bevor ich mich als aller erstes in die Dusche begab. Ich muss stundenlang darunter verbracht haben, bevor ich in mein Wohnzimmer ging und es plötzlich an der Tür klingelte...

Nichts Schlimmes erwartend öffnete ich die Tür. Doch ich konnte nicht fassen, wer dort stand! "Hallo. Ich hab gehört, dass du wieder aufgetaucht bist und wollte sehen, wie es dir geht." Das konnte nicht sein! Ich hatte ihn vor einigen Stunden abgestochen und nun steht er unversehrt vor meiner Tür und fragt ganz scheinheilig nach meinem Befinden?! "Was willst du noch von mir und wie hast du das überlebt?", wollte ich von ihm wissen, worauf er mich nur ganz entgeistert und verwirrt ansah: "Ich weiß nicht, was du meinst. Tut mir leid, ich wollte einfach nur Gewissheit darüber haben, dass es einem guten Freund von mir, nachdem er verschollen war, wieder gut geht. Ist das ein Verbrechen?"
Anscheinend war er ein guter Schauspieler, oder ich war paranoid. Vor Wut schmiss ich ihm tausend schlimme Vorwürfe entgegen und er wurde irgendwann sauer: "Was hast du verdammt nochmal für ein Problem?! Ich war 5 Tage lang im Urlaub, habe von deinem Verschwinden mitbekommen und jetzt von deiner Wiederkehr. Sorry, aber ich als FREUND habe mir eben Sorgen um dich gemacht!"
Ich stand da und schaute nur in dieses verwirrte und zugleich entsetzte Gesicht meines Gegenübers. Dann erklärte ich ihm im Groben, was mir passiert war und dass er derjenige war, der mir das antat. Daraufhin schüttelte er nur den Kopf: "Ok, jetzt weiß ich, was du meinst... Er ist also doch wieder draußen..." Jetzt verwirrte er mich, was ich ihm auch zu verstehen gab.
"Ich habe einen Zwillingsbruder. Von dem habe ich keinem etwas erzählt, weil ich mich für ihn schäme... Er sollte eigentlich im Gefängnis sitzen, denn er hat schon mehrere Sexualdelikte mit anschließendem Mord hinter sich. Und nun hatte er es auf dich abgesehen. Es tut mir leid."

Es schien ihm äußerst peinlich zu sein, mir das zu erzählen.
"Er hat dich gesehen - vor längerer Zeit und wusste wohl, dass wir befreundet sind. Schon oft hat er angedeutet, dass er sich sehr für dich zu interessieren scheint. Tja... Und weil sein Zwillingsbruder dein bester Freund ist, fiel es ihm nicht schwer, sich als diesen - also mich - auszugeben. Er ist pervers... und eine Schande für die Familie..."
Nun war es mir auch peinlich, das Ganze. Meinen besten Freund verdächtigt zu haben, mein Leben zerstört zu haben: "Es...tut mir leid, dass ich dachte, du wärst das gewesen. Und du musst dich nicht mehr für ihn schämen - er ist tot."
Geschockt und erleichtert zugleich sah mich mein Gegenüber an: "Tot?... Eigentlich sagt man sowas nicht über seine Familienmitglieder, aber leider Gottes ist es nunmal so: Ich bin froh, dass er jetzt niemandem mehr schadet."
Ich nickte. Dann bat ich ihn in mein Haus und wir machten es uns im Wohnzimmer gemütlich. Wir begannen, über alte Zeiten zu reden und ich vergas die letzten Tage beinahe. Aber ganz konnte ich sie nicht vergessen. Es war einfach der Horror und die Schlimmsten Dinge bleiben einem leider immer besser in Erinnerung als die guten Dinge.
Doch auch heute, nachdem das Ereignis nun mehrere Jahre hinter mir liegt, werde ich ständig noch daran erinnert:
Mein bester Freund ist das Ebenbild meines Entführers und es fällt mir noch heute schwer, nicht an die grausame Zeit zu denken, wenn ich mit ihm zusammen bin - auch wenn er mir nie etwas getan hat...

Ende

 

 

© by totenstarre a.k.a. Sandra M.

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